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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
Entstehung
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318 Die Bnndescvnvente zu Heidelberg u. Mergentheim und d. Jahr 1629.

Bayern an den Kaiser ohne Erfolg geblieben. Darauf machtendie katholischen Churfürsten den Versuch, ob ein Schreiben bessereWirkung haben möchte^)? Sie begannen mit einer Schilde-rung der allgemeinen Verhältnisse; wie Schweden den Mecklen-burgern Rückgabe ihres Landes verschaffen wolle; wie die General-staaten Niederwesel und Herzogenbusch eingenommen und dieAbsicht hätten, mit starker Heeresmacht den Pfalzgrafen wiedereinzusetzen; wie Frankreich durch seinen Frieden mit den Hnge-noten freie Hand gewonnen habe; wie Bethle» Gabor nichtzu trauen setze. Dem folgten die längst gewohnten Klagenüber Erschöpfung des Reichs durch Einlagerungen, wie durchder Soldaten Insolenz alles dermaßen aufgebracht werde, daßein Abfall bei erster Gelegenheit sich besorgen lasse. Das kai-serliche Volk setze schlecht bezahlt, zum Ueberlaufen geneigt,spreche offen von einem Einfall in die geistlichen Länder, umsich bezahlt zu machen; die Bundesarmee,die so viele Vikto-rien errungen", habe aus Mangel au Quartieren zum Theilmüssen abgedankt werden; Spanien mangle es an Geld, mehrdenn je/ Dieses alles wüßten die Feinde, würden daher umso kecker und rühriger. Die auswärtigen Potentaten, mit denendas Reich bisher in Frieden gestanden, weckten Besorgniß.Deßhalb sollte die Mecklenburger Sache, die ohne große Wei-terung nicht leicht abgehen dürste,auf mildere Wege gerichtet,"Schweden alle Ursache benommen werden, auf Reichsboden zurücken; denn allerwärts klagten die Herzoge, man habe sie an-gehört von Land und Leuten entsetzt. Stralsund und die Hanse-städte, denen man zu viel zugemuthet, zettelten gefährlicheBündnisse an. Die Churfürsten bäten daher, es möchte inItalien Friede geschlossen, Frankreich kein Anlaß zum Krieggegeben, kein ausländischer Potentat aufgereizt, die kaiserliche

Der Entwurf desselben vom 15. Oct.; im Erzczl.A.