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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Die Bundesconvente zu Heidelberg ». Mergcntheim und d. Jahr 1629. 317

möglich." Dagegen verlangte er, fünf Reitercompagnien desBundes sollten von Nürnberg und von Ulm abgeführt werden,weil der Kaiser mit diesen Städten über einen monatlichenGeldbeitrag sich verglichen habe a?). War es Schuld der Bun-desstände, daß sie immer mehr von Mißtrauen, nicht gegendas Reichsoberhanpt, aber gegen seinen Feldherrn erfülltwurden? welcher ohne Scheu den nassauischen Grafen zu ver-stehen gab, er halte deren Vereinigung für eine Rebellion ge-gen den Kaiser §o).

Kaum der neue Churfürst, Anselm Casimir, von Mainzgewählt war, hatte er gleich seinen Vorgängern Ursache, beidem Kaiser sich zu beschwerendie im niedersächstschen Kreisgelegene Armada werde der Länge nach durch das Reich ge-führt, übe ohne alle Schonung die öfters schon geklagten Ge-waltthätigkeiten. Dazu verlaute, sie werde im Reich liegenbleiben." Dieß, nachdem mit Dänemark Friede geschlossen,Schweden noch mit Polen in Krieg verwickelt war, der Kriegin Italien für die Waffen des Kaisers eine günstige Wendunggenommen hatte. Die Entrüstung über so viele drückende Eigen-mächtigkeiten unter Beiseitsetzung der entschiedensten Zusicherun-gen des Reichsoberhauptes mehrte sich in solcher Weise, daßder Churfürst von Bayern Tilly den merkwürdigen Befehl zu-gehen ließ "): sollte Wallenstein Hülfe gegen Schweden ver-langen, so habe er sie unter bestmöglicher Entschuldigung abzu-schlagen, vor allem die Vertheidigung der Bundesländer inAcht zu nehmen.

Und abermals war eine Sendung des Churfürsten von

-2) Maximilians Schreiben an Mainz vom 28. Aug.

'>o) Keller die Drangsale des nassauischen Volkes S. 89..ok) Sein Schreiben an denselben vom 19. Sept.Maximilians Schreiben an Mainz vom 2. Oct.