Neunzehntes Capitel.
Wa llen stein und der König von Schweden.
Von dem erprobten Staatsmann wird gefordert, daß erdie Stellung der Mächte zu derjenigen, deren Geschicke vorzugs-weise in seine Hand gelegt sind, fortwährend im Auge habe,deren Schritte sorgfältig beobachte, von den Begegnissen nichtunvorbereitet sich überraschen lasse. Ebenso gehört es zu denunerläßlichen Eigenschaften eines bewährten Feldherrn, der auder Spitze eines ansehnlichen Kriegsheeres steht, daß er nichtminder die Entwürfe eines verkappten Feindes durchschaue, alsgegen die Bewegungen eines offenen gerüstet stehe und, freivon jeder Täuschung, den Blick und die Waffenmacht nachderjenigen Stelle gerichtet halte, von welcher die größte Gefahrdrohen kann; naht diese, daß er in eigener Person sich ent-gegenstelle, durch das Zusammenwirken von Umsicht und vonThatkraft dieselbe abwende oder bekämpfe.
Daß von Schweden her Gefahr sich bereiten dürfte, warWallenstein schon damals klar, als er noch für den Feldzugin Schlesien sich bereitete. Hierauf im März des Jahres 1627erkannte er es als eine Nothwendigkeit, Polen zu unterstützen,weil sonst Schweden ein gefährlicher Feind des Kaisers werden