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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wnllenstcin und der König von Schweden.

könnte <). Noch Heller trat ihm dieses vor die Augen mit eben demAugenblick, in welchem er mit seinem Volk Mecklenburg besetzteund die Absichten auf dieses Land noch in sein Inneres hüllte.Zu dieser Zeit, als er unaufgehalten bis Rendsburg vorgedrungenwar, entgieng ihm nicht, daß der König von Schweden ent-weder in Mecklenburg, oder in Pommern, oder an den Oder-mündungen eine Landung versuchen könnte, daß deßhalb diekaiserlichen Befehlshaber überall auf der Hut seyn müßten 2).Wiederholt mahnte er vor seiner damaligen Reise nach Böh-men den Obersten von Arnim, auf den Schweden sorgfältigAchtung zu geben; aber auch, sollte der König es anbieten,in Unterhandlung mit ihm sich einzulassen; gerne wolle er den-selben zum Freund haben, nur daß er nicht zu mächtig werde;dulde doch das Herrschen so wenig einen Nebenbuhler als dieLiebe. Dann wieder meinte er, je kraftloser derselbe setze, destobesser für die Sache des Kaisers. Darum solle er mit Hoff-nungen hingehalten werden, damit er nicht mit den Dänensich verbinde; derselbe pflege ja die Leute nicht minder an derNase herumzuführen. Wallenstein sah es ungern, daß in Wienzu dessen Friedensunterhandlung mit Polen Hand gebotenwurde; denn er war fest überzeugt, Gustav-Adolph suche nichtin Aufrichtigkeit, bloß aus Bedrängniß, Oesterreichs Freund-schaft, dessen er niemals hoch sich annehmen werde. Dahermüsse man ihn ebenfalls mit Worten abspeisen H.

Wallensteins Gesinnung gegen den König von Schwedenwar damals eine entschieden abgeneigte. Die Schilderung des-selben, als eines Mannes, der Treue und Glaube nur so langehalte, als es ihm gelegen setze, fand leicht Eingang bei ihm. Er

') Schreiben vorn 21. März 1627; in den PirniHer A.

An Arnim aus Rendsburg , den 9. Oct. 1627 ; bei Förster Nr. <48.') Förster Nr. 36. 68. 81. 86. 87. 89.