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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Watlenstein und der Könn; von Schweden.

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äußerte sich: lasse der König von Dänemark mit demselben sichein, dann werbe er nicht allein um Schonen, selbst um denUeberrest seines Landes gebracht werden. Er war fest über-zeugt, daß Gustav Adolph nicht zu trauen seye, und daß er,würde sich das kaiserliche Heer gegen die Türken wenden, imReich allerlei anzetteln dürfte. Sollte daher jenes geschehen,so müßte man jedenfalls zuvor versichert seyn,daß er nichtein Bubenstück reiße;" denner möchte gern eine Zwickmühlehaben." Mit offenem Krieg werde er nicht beginnen, wohlaber unter der Hand practiciren. In Unterhandlung mit dem-selben wolle er sich nicht einlassen,denn alle seine Sachenseyen auf Betrug gerichtet;" nichts als seinen Vortheil habeer im Auge 4). Ob Wallensteinö Beurtheilung des Königsrichtig oder irrig zu nennen seye, darauf kommt es hier nichtan. Seine Anschauungsweise desselben berechtigt uns bloß zudem Schluß, daß ein Gegner, von welchem man eine solcheUeberzeugung gewonnen hat, weit weniger dürfe aus den Au-gen gelassen werden als irgend ein anderer; daß ein so ent-schieden ausgesprochenes Urtheil die Verpflichtung auferlegthatte, gegen einen solchen Feind jederzeit gerüstet zu stehen,um ebensowohl dessen vermuthete geheime Ränke zu vereiteln,als seinen offenen Angriff abzuwehren.

Vollends als er von Stralsund hatte abziehen müssen, zeigtsich Wallensteins Entrüstung gegen den König. Maß er dem-selben das Mißglücken seines Unternehmens gegen die Stadtbei? Geschah es, so begieng er damit keinen Fehlgriff. Wollteer deßhalb sich rächen? Dieses läßt sich mit Wahrscheinlichkeitvermuthen. Denn wir begegnen bald darauf geheimnißvollenEröffnungen an Arnim, deren Endzweck wir zwar nicht mitBestimmtheit angeben, in denen wir aber doch irgend einen

4) Förffer Nr. 130. 176. 190. 234. 247. 286.