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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallenstein und der König von Schweden. 335

Dasjenige, was sowohl von jenem als von dem kaiserlichenHofe ausgieng, konnte am wenigsten freundlichere Stimmungdes Königs hervorrufen. Der Kaiser hatte Sigismund von Po-len (die engen verwandtschaftlichen Verhältnisse und die Pflicht,früherer Hülfeleistungen eingedenk zu seyn, konnten dieses recht-fertigen) bei seinem Krieg gegen jenen im Jahr 1627 ein Re-giment überlassen, worüber Schweden bitter sich beklagte. DaßWallenstein dem Obersten Arnim wiederholt den Auftrag zu-gehen ließ, die schwedischen Schiffe zu verbrennen, mit demBemerken: wolle der Schwede einzig sein Reich vertheidigen,so brauche er deren nicht, wolle er aber zu ihnen herüber, soseye diese Maßregel nothwendig, das freilich konnte derKönig kaum wissen. Nachdem aber die polnischen Stände imSpätjahr 1627 ihrem König zu dreijähriger Fortsetzung desKriegeS Hülfögelder zugesagt, sollten mit der Wiedereröffnungdes Feldzuges abermals 4000 Mann kaiserlicher Truppen nachPolen ziehen.» Das Kriegsvolk gieng zwar nicht gern. Imfolgenden Jahr verlangte Sigismund sogar vier Regimenterund 3000 Reiter. Arnim mußte dieselben führen. Dem schwe-dischen Senat, der deßhalb bei Wallenstein anfragen ließ, er-wiederte er: der Kaiser habe mehr Volk auf den Beinen, alser brauche, dasjenige, welches auf dem Marsche begriffen seye,seye des Eides entlassen, stehe somit nicht mehr in seinem frü-heren Dienst, könne er dasselbe nicht mehr zurückziehen H. Ar-nim dagegen erhielt Befehl, mit dem Abmarsch nicht einenAugenblick zu säumen, um wenigstens nach Preußen zu kom-men 2).

Derselbe traf zu rechter Zeit ein, um an einem Kampfbei Marienwerder Theil zu nehmen, aus welchem er Wallcn-

S) Förster Wallensteins Briefe II, 17.») Förster Nr. 277 ff.