Wallenstein und der König von Schweden.
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stein, mit mehreren Fahnen und einigen ledernen Kanonen, desKönigs Hut als Siegesbeute übersandte >v). Allein bald darauferlitt er eine schwere Niederlage, in welcher ein großer Theilseiner Mannschaft aufgerieben"), durch Mangel und Fahnen-flucht der Rest so vermindert wurde, daß er aus Unmuth überden unglücklichen Ausgang die Befehlshaberstelle niederlegteDen Bemühungen englischer und französischer Gesandien, mitwelchen auch diejenigen der vertriebenen Herzoge von Mecklen-burg sich verbanden, gelang es endlich, am 16. September 1629bei dem Dorfe Starytang zwischen Polen und Schweden Friedezu schließen, was Gustav Adolph freie Hand gegen den Kaisergewährte, „weil «dieser wider ihn seinem offenen Feinde, demKönige von Polen, Hülfe unter seinen Fahnen gesendet, alsozuerst mit ihm gebrochen habe")."
Wie von dem König das Verfahren mit Mecklenburg seyeaufgenommen worden, daß die Herzoge denselben um Verwen-dung für ihre Wiedereinsetzung angegangen hätten, konnteWallenstein am wenigsten unbekannt seyn, daß der Mann, demer die Neigung, „überall zu practiciren," eine solche Mahnungnicht würde ungenützt lassen, hierin durfte er nach der Weise,wie er immer über den König sich ausgesprochen, keinen Zweifelhegen. Ferner hatte Wallenstein durch sein Unternehmen gegenStralsund diese Stadt zu einem Bündniß mit jenem genöthigt.Eine Hülfsschaar von 600 Mann setzte sich dort fest; undwiewohl der Herzog daS schwedische Kriegsvolk Lumpenpack ")
w) Menzel Gesch. d. Deutsch. VII, 231.
>>) Sein Bericht darüber bei Khevenhiller XI, 81V.
*2) Schreiben Wallensteins vom 7. Juli, daß sein Rücktritt angenom-men werde; Pirn. A.
>0 Khevenhiller XI, 829.
") Schwedische Canaglia; Förster Nr. 234.