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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
Entstehung
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Zwanzigstes Capitel.

Wallenstein in kirchlicher und religiöser Beziehung.

Sein sonstiger Charakter.

Aus demjenigen, was bisher von Wallensteins bemerkli-cherem, hierauf in die höchsten Angelegenheiten entscheidenderemAuftreten seit der Schlacht am Weißen Berg bisher ist mitge-theilt worden, läßt sich ein Bild seines inneren Wesens, we-nigstens dessen vorherrschenden Zügen nach, unschwer entwerfen.Wir sind bisher dem Obersten Feldhauptmann des Kaisersdurch die mancherlei Verhältnisse gefolgt, von denen eine aus-gezeichnete oder hoch emporragende Persönlichkeit kann berührtwerden. Wir haben ihn betrachtet, wie er immer weiter rei-chenden Besitz sich anzueignen bemüht war; wir haben seinWalten als Feldherr an der Spitze einer gewaltigen Kriegs-macht in dessen mancherlei Einzelnheiten urkundlich dargestellt;wir suchten seine Beziehung zu der Person des Kaisers unddem Hofe desselben in das Auge zu fassen; wir haben vonseinen muthmaßlichen Entwürfen gesprochen und nachgewiesen,wie er bei den deutschen Fürsten die Benennung eines Dicta-tors des Reichst) sich erworben, um je länger desto mehrihre entschiedene Abneigung auf sich zu laden.

') Daß ihm diese Benennung setze beigelegt worden, sagt der JesuitePohl in einer (znr Zeit des letztverstorbenen Kaisers Franz geschriebenen)