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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallenstein i» kirchlicher Beziehung und Charakterzüge.

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längst inne werden können, wie gefährlich es seyc, einemschrankenlose Machtübung anstrebenden Mann immer weiter-gehende Befugnisse einzuräumen 2c>). Daß aber derselbe demGebieten den Vorrang vor dem Gehorchen einräume, bewährteer durch sein Benehmen, sowohl nach unten als nach obenin vielfacher Weise. Wohl wurden im Jahr 1628 die vierFeldmarschälle Collalto, Schlick, Wolf von Mansfeld und Ar-nim durch den Kaiser bestätigt; ausgewählt wurden sie dochdurch Walleustein. Oberste, die der Kaiser ernannte, warenihrer Stelle nur dann sicher, wenn sein Feldherr sie annehmenwollte. Ein ausländischer Edelmann wies ihm einst ein kaiserli-ches Patent für das zuerst ledig werdende Reiterregiment vor.Wallenstein lud denselben mit allen anwesenden Obersten zurTafel.Einer von Ihnen, sagte er dann zu diesen, muß noth-wendig sterben; denn dieser Herr will eines Ihrer Regimenter;da hat ja unvcrweilt Einer zu Grabe zu gehen, damit seinWunsch erfüllt werde." Eine Ernennung des Kaisers an deszurückgetretenen Obersten Ferrari Stelle wollte Walleustein eben-sowenig anerkennen 21 ). Kamen von Wien Befehle, so pflegteer sie unbeachtet bei Seite zu legen, auch wohl höhnisch hin-zuwerfen:bleibe doch der Kaiser bei seiner Jagd und derMusik, anstatt in Kriegssachen sich zu mischen, von denen erdoch nichts versteht." Auch wohl äußerte er:Soldaten be-dürfen keine Räthe von Höflingen; die Concerte ihrer Ge-schütze richten sich nicht nach dem Tact des Musikers." Beisolcher Geringschätzung seines Oberherrn ist es leicht zu bc-

20 ) Sehr richtig bemerkt peiorsto Vits cli ^Vslstsi» p. 2: ßuse-elinsi i keeuoipi, qusixio i ministe!, o trapp» «mtorsvoli, o Ui grsniunA» impossessati, xiü s'imn-zliiscone stell» splenstoesistella csrios e stelprevisto stel eomansto.

21) pei »rat» Vit», t'ot. 23. 24.

». Hueter, Wallenstein. 2Z