376 Der Cement zu Regensburg. — WallensteinS Entlassung.
alles berührte, was in dem ersten Vortrag enthalten war,können wir hier nur dasjenige herausheben, was auf diesesBegehren der Churfürsten Bezug hat. Da wurde abermalsversichert, der Kaiser habe niemals beabsichtigt, seinen Feldhaupt-mann irgend einem getreuen Reichsstand über das Haupt zusetzen, nur das Reich durch denselben schützen wollen. Dazu dem Krieg eine ordentliche Bewilligung nicht erfolgt sehe,habe es freilich ohne Beschwerung nicht abgehen können. —Das alles konnte die Churfürsten nicht beruhigen. In ihrer„schlicßlichen Erklärung" wiederholten sie nicht nur in Kürzealles über das Kriegswesen bisher- Vorgebrachte, sondern wie-derholten auch den Antrag auf Wallensteins Entlassung. Diegeistlichen Churfürsten überreichten am 13. August die Tagszuvor verfaßte Schrift dem Kaiser persönlich und erhielten vondemselben mündlich die Zusage: „er wolle die Kriegsdirectionbei seiner Armada ändern^)". Dem Dank, welchen die Chur-fürsten für die kaiserliche Eröffnung auösprachen, war beige-fügt: der Kaiser wolle seinen Obersten Feldhauptmann in Gna-den ") entlasse».
Es läßt sich annehmen, daß bei allem Geheimhalten, wel-ches der Kaiser seinen Räthen anbefohlen, die Theilnahme aneiner Angelegenheit von solcher Bedeutung, die seit langer Zeither schon in Anregung gebracht worden und einen so hoch ge-stellten Mann betraf, nicht auf diejenigen sich werde beschränkthaben, welchen ihre amtliche Stellung deren Erörterung zuwies.Es konnte nicht fehlen, daß die übrige Umgebung des Kaisersdie Frage, ob er seinen Feldherrn entlassen solle oder nicht, in
") Wörtlich im Protokolle.
Was zn dieser Zeit einen ungleich concretere» Begriff hatte alsgegenwärtig. Die Gnade sollte damals etwas Greifbares seyn. I» denGedenkbüchern der Hofkammer findet fiel) unzählige Mal der Ausdruck: S. M.haben 10, 20, 30,000 fl. Diesem, Jenem Gnade zuerkannt.