Der Coiwent zu Negensburg. - Wallensteins Entlassung. Z89
S. dessen Erfahrenheit, Vigilanz und hoher Verstand männiglichbekannt und durch die erhaltenen Victorien bezeugt werben, alsodaß Ihr Name auch den Feinden bisher ein Schrecken gewesen;10. auf welchen E. K. M. sowohl wegen des Reichs als auch ihrerErbländer, weil Sie desselben nächster Nachbar und bei allemselbst merklich interessirt, sicherlich Sich können verlassen;
I I. daß auch die Macht E. K. M. hiedurch desto größer gemachtwird und die beiden Armaden zu allen Begebenheiten conjun-girt und E. K. M. derselben zu Ihren und des Reichs Dien-sten mächtig und versichert seyen.
Dann ist noch in Acht zu nehmen, daß gedachter Churfürst,als er noch jünger gewesen und bei besserer Leibsgesundheit sich be-funden, die Römische Krone, als man ihm dieselbe aufgetragen, ent-weder aus Respect gegen dem hochlöblichsten Haus Oesterreich, oderdaß er solches dem Reich nicht nützlich, oder seinem Haus gefährlichzu seyn befunden, nicht annehmen wollten."
Endlich sehe noch in Betrachtung zu ziehen:
„Daß bei dem Churfürsten eine rechte regulirte UlliU-, zu findenseye; kein Ueberfluß an unnützem Kriegsvolk, viel weniger Obersteund Befehlshaber verstattet werden, sondern alles zum gemeinenBesten angewendet wird. Da entgegen bei der jetzigen iUililis, E. K.M.und des Reichs Feinde fast mehr auf die Mäugel und bei unsererArmada vorgehende blrrores ihr Fundament stellen, und gänzlich da-für halten, baß solche auch ohne äußerlichen Gewalt endlich alsgrundlos in sich selbst sinken und fallen werde ^)".
Zuletzt noch bemerkte Strahlendorf:
„Die Churfürsten messen Schwedens Herausforderung vornem-lich Wallenstein bei. Der König meine, das Reich würde des Kriegswenig sich annehmen. Sehe es aber einen solchen Feldhauptmannmit der Autorität des ganzen Reichs sich gegenüber, dann dürfte eswohl zur Besinnung kommen und um Frieden bitten^)".
66) Worin sich ein scharf ausgesprochener Tadel gegen die Wallen -stelnische Kriegsverfassung vernehmen läßt.
6?) In dieser Schrift geschieht zum erstenmal der Successionssache offeneErwähnung, „die man nun spsrte betreiben könne."