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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Der Eonveut zu Regensburg. Wallensleius Entlassung.

Wie aber Wallensteiiis Anhänger am kaiserlichen Hof dessenEntlassung, so suchten sie auch seine Ersetzung durch den Chur-fürsten von Bayern zu verhindern. An sie schloßen diejenigensich an, welche spanischem Einfluß sich Hingaben. Der Bot-schafter dieser Macht wollte den König von Ungarn, der ebenmit Philipps IV. Tochter sich vermählen sollte, an die Spitzedes gesammten katholischen Heeres stellen. Es wurden Flug- 4schriften zur Verdächtigung des Churfürsten verbreitet , be-denkliche Gerüchte in Umlauf gesetzt. ^

Inzwischen nahmen die Verhandlungen über jenen Antrageinen schleppenden Gang. In der dießfalls gehaltenen Con-ferenz erklärten die kaiserlichen Räthe: S. M. hätten den Vor-schlag, der auf den Churfürsten von Bayern gehe, gerne ver-nommen. Hierauf sollten die Rechte, welche dem Kaiser blie-ben, die Befugnisse, welche dem Churfürsten einzuräumen wären,näher bezeichnet werden, wobei unter Hervorhebung der Nach-theile, welche die Trennung beider Armeen bisher gebracht,deren Vereinigung, Bezahlung aus gemeinsamen Mitteln, derenVerwendung auch zum Schutz der Erblande, namentlich desKönigreichs Böhmen, in Antrag gebracht wurde.

Das' rief entschiedenen Widerspruch hervor. Wollenstem,bemerkten die churfürstlichen Räthe, habe mit unbeschränkterVollmacht über die Armee gewaltet, habe Befehlshaber undOberste bestellt, Patente ausgetheilt, Durchzöge angeordnet,über die Quartiere verfügt: ob etwa der Churfürst von Bayern,ein hoher Stand des Reichs, ein Blutsverwandter Sr. Maj.,mit minderm Gewalt sich begnügen solle als jener? DasBundesheer müsse von dem kaiserlichen gesondert bleiben, seinFeldherr aber für S. M. in das Gelübd genommen werden.Strahlendorf fand sich hiedurch gegen den Kaiser zu der Be-

-b) Nretin S. 76.