Soll man nun diese Tugenden von dem hohenRang, in welchen sie das Christenthum erhebetHat, herabsetzen? Werden sie den Menschenschätzbarer, und ehrwürdiger vorkommen, wenndiese aufhören dieselbe als göttliche Gesetze zubetrachten; werden sie einen größeren Eindruck-machen, wenn sie gegen die heilsamen Grund-sätze, welche die Religion den Unterweisungender Natur beyfügt, alle Verachtung zu hegenanfangen: gewiß nicht , denn die Religion istviel zu nothwendig um dem natürlichen Gesetzd,e gebührende Unterwerfung zu versichern, wel-che demselben die Unbiegsamkeit des menschlichenHerzens und dessen unordentliche Neigungenstreitig machten. Die Religion war jederzeitdie allerstarkeste Bewegursacl-e, die man mit destogrößerer Obsorge beybehalten mußte, je meh-rere Ehrfurcht sie emstößete. Die Freydenke-rey, da sie diese Stütze Hinwegriß, laßtdaS Gesetz der Natur allein über, und ent-ziehet ihr die Waffen, mit welchen es widerdir Anfallt der bösen Neigungen zum Beßtenkonnte geschützct werden: Sie entblößet diesesvon den herrlichen Merkmale» der Göttlichkeit,C welche
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