sie wegen einer verächtlichen und niederträchti-gen Gesa igle« dem Leibe Gehorsam leistet,an statt daß sie demselben gebiethe, setzet siesich selbst aus ihrem edlen Rang herab, undverletzet also das natürliche Gesetz.
Was noch mehr ist. Diese Regel, wel-che von den Freydenkern angenommen ist,schlagt in die Ungerechtigkeit ganz nothwendigein: eine schwache Neigung, eine nur mittel-mäßige Begierde wird in einer wohl bestelltenSeele der Furcht, andern einen ihr selbst unbe-liebigen Schaden zu verursachen, nachgeben;wenn aber die Neigung hitzig ist, wenn dieBegierde auf das äußerste steigt, und der Ge-genstand eben wegen dem Rechte, welches einanderer über denselben hat, um desto liebens-würdiger scheinet, wenn man endlich dafürhalt, daß man außer diesem Leben die Glück-seligkeit, zu welcher man gebohren ist, nichtzu suchen habe; so frage ich die Freydenkerselbst, was denn die Furcht einer in diesen Um-standen auszuübenden Ungerechtigkeit für einenF z Ein-