r Kapitel. r Absah, ry
F. Wie kann man sagen, daß Gott alles regiere undanordne?
A. Weil er die ganze Welt, nnd was in selber geschieht,durch eine besondere Fürsehung also beherrschet ,daß ohne des-selben Befehl oder Zugeben gar Nichts geschieht.
Gott ist also der oberste Anordner aller Zufälle, er veran-staltet durch eine gewiß besondere Fürsehung alle Handlungender vernünftigen Geschöpfe, und Bewegungen der leblosenDinge. Seine Herrlichkeit erkennen zu geben verordnet erselbst sogar alles und jedes. Was gutes geschieht, kömmt vonihm her. Das Böse ist zwar nicht ein Werk, sondern er läßtselbes nur zu, damit er dadurch etwas besseres verschaffen mö-ge. Es hat bisweil das Ansehen, als wenn er um die Gerech-ten sich nicht annähme, indem es mit selben ziemlich enge zu-sammengeht , sie der gewaltthätigen Gottlosen nicht könnenMeister werden, und der Gerechtigkeit halber in Verfolgungengerathen. Entgegen sind die Bösen murhwillig, sie haben anallen Sachen einen Ueberfluß, üben allerhand Laster aus, oh-ne deßwegen gestrafet zu werden, und es scheint, alswenn sichGott das Verhalten der Menschen wenig angelegen seyn ließ.Allein es ist weit gefehlet, wenn man auf solche Muthmaßun-gen sich verleiten läßt; denn es kommen Gott die Seinigenniemals aus der Gedächtniß, mag es ihnen gut oder übel ge-hen. Die Gerechten züchtiget seine väterliche Liebe durch dasZuschicken eines Uebels, und er prüfet sie wie das Gold in demOfen, damit er sie seiner würdig mache. Entgegen gestatteter den Bösen , daß sie eine zeitliche und bald vorbeigehendeGlückseligkeit gemessen, und läßt sie also auf das tiefeste in dieBosheit hineingerathen; endlich aber wird eine Zeit kom-men , zu welcher er sich an ihnen rächen wird: und alsdannwerden alle sehen, daß alles, was immer ißt geschieht, nur deß-wegen sich also zutrage, damit Gott gelobet, verherrlichet,dessen Güte und Gerechtigkeit kündbar werde. (0)
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