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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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3 Theil. 2 Abtheilung.

Das äusserliche Gebeth wird mit Worten verrichtet, unddeßwegen das mündliche Gebeth genannt. Es ist aber zuwissen, daß das mündliche Gebeth nicht verdienstlich sey, javon Gott als eine Luge verworfen werde, (ü) wenn es nichtvcn dem Gemüthe herkömmt, und der Mund mit dem Ge-müthe übereinstimmet.

Das besondere Gebeth ist jenes, welches ein jeder bey sichallein verrichtet, es mag nur mit dem Gemüthe, oder auchmit dem Munde geschehen.

Das allgemeine Gebeth ist jenes, welches bey einer zahl-reichen Versammlung der Gläubigen verrichtet wird. Damerke aber, daß die priesterlichen Tagzeiten, wenn sie auchbesonders gebethet werden, als ein allgemeines Gebeth anzu-sehen seyn; weil, wenn die Geistlichen selbe entweder in oderausser der Kirche, allein oder mit andern verrichten, sie all-zeit als Diener der Kirche bethen, ein öffentliches Amt ver-richten, und zwar ein solches, daß kein anderes, als nurLas Meßopfer, vortreflicher ist.

F. Welche aus diesen unterschiedlichen Gattungen desGebeths ist Gott angenehmer, das besondere oder das all-gemeine ?

A. Beyde sind von Gott befohlen, und folglich beydeihm angenehm, mehr oder minder, wie nämlich der Eiferdesjenigen, welcher bethet, grösser oder minder ist. Dochwenn alles übrige gleich ist, hat das allgemeine Gebeth meh-rere Kraft und Wirkung als das besondere; denn i. die gan-ze miteinander bethende Kirche hat mehrere Kraft etwas zuerhalten als einzelne Leute: es wird da Gott eine Gewalt an-gechan , und diese Gewalt ist Gott angenehm, saget Ter-tullianus. (^poloZ. c. zy.) (L)

2. Die Schwachen und Lauen, wenn sie mit den Eifri-gen und Vollkommenen zugleich bethen, nehmen einen Theilan dieser ihrem Elfer, und werden also leichter erhöret.

z. Wenn zween oder drey im Namen Christi sich ver-sammeln werden, hat Christus (Match. i8, 20.) feyec-

lich

(6) lsr«i. 29 > iZ. (L) l'srtulllsli. Hpolox. v. 39. L.^br^soK.' ÜL llileA. klom. 2.