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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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3 Theil. 2 Abtheilung.

stel, und ich will nur eine und andere daraus nehmen, swa-chrt im Gebethe, sager Petrus ; (i Br. Pet. 4, 7.) Oh- ^ne Unterlaß bethet, spricht Paulus, (l Br. an die Thesrsal. 5 , i?.)

F. Wie ist es möglich, daß man ohne Unterlaß, und all-zeit bethe?

A. Wenn der Apostel saget: (1 Br.an dieThessal. 5,17)Bethet ohne Unterlaß, spricht der heilige Augustinus,(Lpist iZQ ,. t2i ?rob. c. y , n. 18.) was willes anders sagen als das glückselige Leben, welches keinanderes als das ewige ist, von jenem, der allein es ge-ben kann, ohne Unterlaß begehren. Lasset uns dann.allzeit dieses von Gott dem Herrn begehren, und allzeitihn darum bitten.

Was immer anderes du thust, saget anderswo (Lnarr.in kssal. Z7 , n. 14.) der heilige Augustinus, wenn dujenen Sabbat verlangest, unterläßest du nicht zu bethen.Wenn du nicht unterlassen willst zu bethen , unterlaßnicht zu verlangen. Dein beständiges Verlangen ist deinbeständiges Reden. Du wirst schweigen , wenn du auf-hören wirft zu lieben, welche haben geschwiegen ? Vondenen gesaget ist: (Matkh. 24, 12.) Weil die Bosheithar überhaud genommen , wird bey vielen die Liebe erkalten.Die Rälre der Liebe ist das Schweigen des Herzens: IDas Brinnnen des Herzens ist das Geschrey des Herzens. «Wenn die Liebe allzeit bleibt, schreyst du allzeit ; wenn jdu allzeit schreyst , verlangest du allzeit.

Wir können zwar nicht allzeit auf den Knien liegen, nichtallzeit Gott loben oder bethen , nicht allzeit und in jedemAugenblicke Uebungen der Liebe erwecken : allein es hinderetuns Nichts , daß nicht eine beständige Liebe und ein bestän- Idiges Verlangen in unsern Herzen bleibe. Die Liebe und ^?as Verlangen läßt sich mit den nothwendigen Geschäften , ^vereinigen. Wenn wir wahrlich Gott lieben, wird von unsalles auf Gott gerichtet, alles geschieht aus einer guten Ab-sicht , und^ in guter Ordnung. Obschon man wirklich an

Gott

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