Buch 
Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
JPEG-Download
 

2V

z Theil- 2 Abtheilung.

A. Was muß man thun, um leichter die Zerstreuungenzu vermeiden, welche biSweil unter dem Bethen kommen ?

A. Man muß thun, was uns der heilige Geist mit die-sen Worten saget r' Vor den, Gebethe bereite deine Seele,und sey nicht wie ein Mensch, der Gott versuchet. (Eccli.IL, -Z.)

Um diese Worte rechtzu verstehen , muß man merken ,daß jener Gott versuche, welcher sich in eine Gefahr zu sün-digen sehet: wer aber ohne Vorbereitung sich zum Bethe»begiebt, der sehet sich in eine Gefahr freywillig ohne Auf-merksamkeit zu bethen, welches eine Sünde zu seyn ich schongemeldet habe.

S. Wie muß nmn sich vor dem Gebethe bereiten ?

2 l. Die Vorbereitung zu dem Gebethe ist entweder eineweitere, oder eine nächste.

Die weitere besteht in dem, daß man nach den Gesehendes Evangeliums , und von den Begierlichkeiten der Welt,dem Müßiggänge, und den Eitelkeiten entfernet lebe.

Die nächste besteht in dem , daß sich das Gemüth vordem Gebethe versammle, rmd bedenke, welches Geschäft eszu verrichten habe, vor wem es erscheine, und wie man de-ichen müsse. Wann du bethest , saget Christus , geh indein Zimmer , verschließ die Thüre, und bitt deinen Va-ter. (Match, d , 6.) Es ist da besonders von der Thüre desHerzens die Rede.

F. Warum sagest du, eS sey vor dein Bethen diese Vor- ^bcreitnng nothwendig , daß man nach den Gesehen des E-vangeliums lebe? Wenn dem also ist, scheint es, daß dasGebeth jener, die von den Begierden der Welt noch nichtentfernet sind, niemals aufmerksam seyn könne.

A. Es ist dieses so zu verstehen, daß es sagen wolle, es jwerde das Gebeth niemals aufmerksam sey» bey jenem , web !chcr durch die Begierde znr Welt also zerstreuet ist, daß er!von dieser Begierde gar nicht will befteyet werden ; denn ein isolcher, wie ich schon (In dies. Beding. 4 Autw.) gemeldethabe, wird aus der Volle des Herzens reden, (Match. 12,!A4.) und er wird kaum die Augen zn Gott erheben, so wirb I