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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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z Theil. 2 Abtheilung.

F. Warum haben in den ersten Jahrhunderten die Chri-sten bey dem Bethen das Angesicht gegen Anfgang gewandt?

21. Damit sie durch dieses äusserlich? Zeichen zu erken-nen geben möchten , daß sie auf der Erde wie Auswärtige,Fremdlinge, und Verwiesene seyn, dabey aber ein Verlan-gen nach Christo haben, welcher in der heiligen Schrift derAnfgang genannt wird, und gegen den Äufgang in denHimmel ist hinaufgefahren , wir dieses aus einer gottseligenUebergabe erzählet wird. (X)

F. Stecker nicht ein Aberglauben hinter diesen Beobach-tungen ?

2 t. Gar keiner, denn wo eine billige und löbliche Ursa-che ist, giebt es keinen Aberglauben. Doch solle man sichhüten jene Leibsstcllungen nicht so sorgfältig zu beobachten,daß man das Hauptsächliche bey dem Gebethe ausser Achtlasse, nämlich den Eifer und Nachdruck indem Gebethe;denn sonst würde man wie die Juden bethen , und i.icht wiees Christen gebühret.

F. Was ist zu thun, damit man dieses vermeide ?

2l. Man muß fieissig bedenken ^ was Christus saget:2 m Geiste und der Wahrheit muß man anberhen. (Ivan.4 , 24.) Man muß vor allen mir dem Herzen und Gemüthebethen. Jene äusserlich? Leibsstellungen sind alsdann gut,wenn selbe die innerliche Beschaffenheit des Gemüths anzei-gen , oder wenn sie helfen gute Anmuthungen zu erwecken :(b.) sonst ist alles dieses ein leeres und verstelltes Wesen, undGott wird durch das G.berh mehr erzürnet als besänftiget.(N) Wie vielmehr bringen jene Gott zum Zorne, die miteiner nicht gebührenden oder ausgelassenen Leibsstellung, miteitlen und schändlichen Gebärden und Blicken andern Leutenzum Gräuel sind ? Solche geben fürwahr sogar durch ihreLeibsstellung schon zu erkennen, daß sie in der Kirche nicht

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