r Kapitel. io Absatz. 29
zum Bethen , sondern zmn Verhöhnen und Spotten erschei-nen. Begreifet dieses, die ihr an Gott nicht denket. (Psal.49 , 22.) (!^)
Zehnter Absatz.
Zu welcher Zeit, an welchen Lagen und Stunden manbesonders bethen solle.
F. Sind wir schuldig eine gewisse Zeit dem Gebethe zuwidmen?
A. Man kann das Gebeth in einem wettern Verständenehmen für eine innerliche Gemüthsanmuthung, welche ma-chet , daß wir Gott lieben') verlangen , nach ihm trachten ,alles auf selben richten, und für ihn allein leben.
Oder man kann selbes im nähern Verstände nehmen füreine wirkliche Erhebung des Gemüths zu Gott, welches ge-schieht , wie ich schon (In dies. Kap. 1 Abs.) gesaget habe,durch die Anbethung, das Lob, die Danksagung, das Bit-ten , und das Opfern.
Wenn man es im ersten Verstände nimmt, muß keineZeit des Lebens , kein Augenblick ohne Gebeth Vorbeygehen;denn man darf niemals aufhören Gott zu lieben. In die-sem Verstände kann und muß, wie ich schon (In dies. Kap.2. Abs.) gemeldet habe, das Geboth des beständigen Ge-beths erfüllet werden.
Weil es aber wegen der nothwendigen Standesqeschaste,oder aus Schwachheit uns nicht allzeit möglich ist dem Ge-bethe im letztem Verstände abzuirren, ist es nothwendigwenigst einige Zeit täglich demselben zu widmen, und diesesvieler Ursachen halber.
1. Damit wir angefrischek werden Gott allzeit zu lieben,und täglich in der Liebe Gottes weiteres zu bringen.
2. Damit nicht bey uns nach und nach das Verlangender ewigen Glückseligkeit abnehme und vergehe.
z. Damit
<dl) Hrnos 6, r.