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Z Theil 2 Abtheilung.
ten müßte. Endlich sind jene alten Opfer wie ein Schattenvon dem Opfer Christi, dessen sie ein Vorbild waren , undvon welchem sie alle Kraft und ihr Vermögen hatten, ver-drungcn worden. Ißt ist es nicht erlaubet ein anderes OpferGott zu bringen als Christum selbst, welcher durch seinOpfer alle jene alten Opfer vollendet, erfüllet, und gema-cher hat, daß wir ißt Gott eine würdige Verehrung bezeigenkönnen. (A)
F. Warum ist es ißt nicht wie zuvor Thiere und Vögelzum Opfer zu bringen erlaubet?
2l. Weil jene alten Opfer Gott nicht gefallen haben alsnur in der Absicht auf Christum, dessen selbe ein Vorbildwaren. Christus hat durch sein zum Opfer vergossenes Blutselbe aufgehoben, der Schatten ist der Wahrheit gewichen,und es würde ißt Christo jener, der ein anderes Opfer Gottverrichtete als jenes, welches Christus verrichtet hat, eineSchmach anthun.
F. Warum sagest du, daß jene alten Opfer Gott nichtgefallen' haben als nur in der Absicht auf Christum, dessenselbe ein Vorbild waren ?
A. Weil es, wie der Apostel redet, unmöglich ist, daßdurch das Blut der <!>chsen und Böcke die Künden,nachge-lassen werden , (Br. an dieHebr. ic>, 4.^ und die Men-schen aus sich selbsten durch das innerliche Opfer des HerzensGott nicht besänftigen konnten, mußten sie zuvor durch dasBlut des Mittlers sich mit Gott versöhnen. Es konnten al-so aus keiner andern Ursache selbe alten Opfer Gott gefallen,als weil die Menschen durch sie ihre innerliche Zuneigung ge-gen den höchsten Gott, und durch den Glauben an den zu-künftigen Christum bewiesen haben, welcher durch diese Opferangezeiget, vorgebildet, und, also zu reden, geschlachtetwurde. Nur von dem Blute Christi hatten selbe Opfer dieKraft die Sünder mit Gott zu versöhnen: und diese Ver-söhnung hat nicht eher ihre völlige Wirkung gehabt, als bis
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