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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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2sü z Theil. 2 Abtheilung.

von dem Glauben der Kirche, sondern auch von den Uebun-gen und Gebrauchen derselben gänzlich abzuweichen. Dochhaben in Großbritannien und einigen andern Ländern jene,die von der Kirche sind abgefallen , selben alten Brauch nochbeybehalten. Warum andere dieses tadeln , weis ich für-wahr niryt, und sie müsse» gew-.ß, wie man es in mehrernandern Dingen sieht, am hellen Tage nicht sehen und herum-tappen.

F. Warum brauchet die Kirche bey den heiligen Kleidernnicht einerley Farbe ? Und warum haben die Priester baldweisst, bald grüne, bald rothe, bald schwarze, bald blaueKleider bey dem Gottesdienste?

A. Man darf sich nicht verwundern, wenn die Kirchebey Verrichtung des GotkeSdiensts unterschiedliche Farben inden Kleidern hat; denn es giebt keine Ursache, warum sienur einerley brauchen solle. Damit aber alles recht und or-dentlich verrichtet werde, hat selbe wohl verordnet, daß aneinem jeden Tage nach dem Unterschiede der Feyerlichkeiteneine eigene Farbe also solle genommen werden , daß sogar dieFarbe der Kleider mit der Feierlichkeit übereinkomme. Siebrauchet also die meiste Farbe bey den glorreichen Geheimnis-sen Christi, als da sind die Auferstehung , Himmelfahrt,Verklärung , Geburt, Erscheinung, wie auch an den Fest-lagen der seligsten Juirgsräll Maria, und anderer Jung-frauen : die rothe bey den Blutzeugen wegen des vergossenenBlutes : die blaue an den traurigen Tagen der Busse: dieschwarze bey den Leichbegaugnissen : die grüne an den Sonn-und Werktagen im Jahre. Doch haben in diesem , gleich-wie auch in andern Dingen, welche dem Belieben der Bi-schöfe überlassen sind, unterschiedliche Kirchen unterschiedli-che Bräuche. *

F. Wird

* Unter diese Kirchen, welche bey den Farben der Kirchenkleidcrihre besondere Gebräuche haben, gehöret gewiß auch die Kirche vonParis, von welcher ich ein bey uns so genanntes Direclorium, daSden Tire! hat A'we 1767 / besitze,

Wld in selbem eine ziemliche Ungleichheit mit unsern Kirchen gefunden