3 Theil. 2 Abtheilung.
Gewalt. Die Bischöfe und Priester haben vorhin selbes ,auch ausser dem Gottesdienste, niemals abgeleget ; welche»alten Brauch itzt der Papst allein noch beybehält. (i-j)
Es haben auch die Diaconen ihre Stolle, welche vor-mals auf beyden Achseln, wie bey den Priestern, herab-hieng ; schon von langer Zeit her aber wird sie von der linkenAchsel herab unter dem rechten Arme wie ein Wehrgehängzusammengeheftet, und dieses darum, damit der Diacon denrechten Arm bey seinen Verrichtungen leichter brauchen kön-ne , wie dieses der vierte Kirchenrath zu Toledo im Jahrebzz anzeiget, welcher also redet: Ter Levit muß ein Orar
rium auf der linken Achsel tragen.den rechten Arm
aber muß er frey haben , damit er leichter den Priester be-dienen möge. Mit dem Ursprünge dieses Brauches mag eseine Beschaffenheit haben, welche es immer wolle, so istdoch gewiß, daß aus einer alten Kirchenverordnung der Dia-kon durch die wie ein Wehrgehäng unter dem rechten Armezusammengeheftete Stolle von dem Priester unterschieden sey;welches sich auch gebühret, indem er nur einen Theil von derpriesterlichen Würde hat bekommen.
Die Priester legen die Stolle auf der Brust kreuhweisezusammen, durch welches man glauben kann angezeiget zuwerden, daß des Priesters Würde, so groß sie immer ist,alles Vermögen von dem Kreuhe Christi habe. Von diesemBrauche schchnt der Kirchenrath zu Braga in Portugal! imJahre 675, in der dritten Sahung mit diesen Worten ge-redet zu haben: wann der Priester zum heiligen Meßopfersich begiebt, um entweder selbst Gort dieses Opfer zu ver-richten , oder das Sacrament des Leibs und Bluts umsers Herrn Jesu Christi zu empfangen, solle er nicht an,ders als mit der über beyde Achseln herabhangenden Stol-le also sich dahin begeben, daß eine und eben selbe Stolledas Genick und auch beyde Achseln bedecke, und er aufseiner Brust das Rreuyeszeichen trage.
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