7 Kapitel. 17 Absatz. sn
Die Bischöfe legen die Stolle nicht kreußweife zusam-wen, weil sie ein goldenes Kreuß auf der Brust tragen, wel-ches deßwegen das Pectoral oder Brustkreuh genannt wird.In den vorigen Zeiten haben die Priester, wie die Bischöfein vielen Kirchen die Stolle nicht kreuhweise zusammengele-get : und diesen Brauch haben noch iht die Carthäuser, Clu-niaeenser, und etwa noch einige andere. Es ist an diesemwenig gelegen, und mag ein jeder bey seinem Brauche bleiben.
Das Meßgewand, welches auch die Planete geheißenwird, bekömmt in dem römischen Pontificalbuche den Na-men eines Zeichens der Liebe; (L) weil es nämlich den ganzenPriester bedecket, und über die andern Kleider angeleget wird,gleichwie die Liebe über die andern Tugenden hinaufsteigt.„Denn vormals waren die Meßgewands ganz rund, und ber„decketenden ganzen Leib von dem Halse bis aufdie Füsse,„und sie hatten nur in der Mitte eine Oeffnung, durch well„che das Haupt herauskam. Also redet der Cardinal Bona.( 1 ^. i äe keb. I-.itur§. c. 24 . n. 8.) Man findt noch der-gleichen Meßgewands in vielen KircheU. Die Carthäuser zuAvignon haben ein dergleichen sehr kostbares , und mit Gol-de eingewirktes Meßgewand , das ihnen vormals der Papst,welcher selbes Kloster der Carthäuser gestiftet, geschenket hat-te. Daß dieser Kleidung sich die Alten insgemein täglich be-dienet haben, beweist Ferrarius. i cle Ke veftiaria e.1.) (k)
Man beobachtet ihr viele Bräuche, die von der alten Ge-stalt selber Meßgewands herkommen.
i. Vormals war das Meßgewand des Priesters, wanner an der untersten Staffel des Altars mit den Altaredienerndie Süudenbekenntniß ableget«, völlig also ausgebreitet, daßseine Arme ganz bedecket sind gewesen. Erst alsdann pfiogman das Meßgewand über die Arme aufzuwickeln, wenn
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(I) Lvntif. k?om,n. in Or«lin. kresb^t. Jorm. 6 ona Larä.ubr lnpra, n. 2. Lerem, psris. ( 8 ) Oöls v. kerrarius b.. r «1 ske veLiar. c. r , 25L28.