Buch 
Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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7 Kapitel. r8 Absaß.

che zu Rom und auch in der zu Alexandria täglich die Messeverrichtet, oder man gieng wenigst xu der Communion. Inden morgenländischen Kirchen wurde es nicht sooft verrichtet;obschon es auch einige gab, welche aldori täglich die Messehielten, wie dieses der Cardinal Bona beweist. (L) Diemorgenländische Kirche hat noch ißt diesen Brauch, daß siein der Fasten nur am Sams- und Sonntage das Meßopferverrichtet. In der mayländischen Kirchen wird an den Frey«tagen in der Fasten die Messe nicht gehalten. In den übri-gen abendländischen Kirchen wird ißt täglich das Meßopferverrichtet, ausgenommen am Charfreytage. In den mehrresten abendländischen Kirchen war vormals der Brauch,daß man nur an den Sonn- und Festtagen die Messe las;welchen Brauch die Carthäuser beybehalten haben. Ein je-der mag in diesem bey seinem Brauche bleiben; doch solle erauch andere nicht unbescheiden tadeln. Dieses einzige mußman vermöge der apostolischen Uebergabe fleisslgst beobach-ten , daß man an den Sonn- und Feyertagen das Meßopferverrichte. Von dieser Erblehre sind gar gewiß die Protestan-ten abgewichen, welche ihr Abendmahl nur viermal im Jah-re halten, obschon in allen Kirchen und zu allen Zeiten einanderer Brauch gewesen ist. Sie geben ohne Grund vor,daß sie an den Ausspruch der heiligen Schrift fest sich halten;und dennoch weichen sie sowohl in diesem als in vielen andern,ja ich darf wohl sagen, in allen Dingen, in welchen sie denGlauben und die Gebräuche der Kirche verlassen haben,schändlich von derselben ab. (Man kann, wenn man nur die-ses mein Buch liest , solches leicht sehen: welches daß alle,soviel immer aus ihnen ein« Begierd haben die Wahrheit zwerkennen, ernstlich bedenken wollen, bitte und beschwöre ichsie durch die unendliche Barmherzigkeit Gottes und unsers Er-lösers Jesu Christi, wenn selbe für ihr ewiges Seelenheildoch besorget sind.)

L. Ist es auch in den alten Zeiten der Brauch gewesen,

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