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z Theil. 2 Abtheilung.
2. Es ist gar wahrscheinlich, daß dieses Opfer bey derKirche zu Jerusalem, nachdem selbe den heiligen Geist amPfingstfeste empfangen hatte, täglich von den Aposteln seyverrichtet worden; denn der heilige Lucas redet im zweytenKapitel der Apostelgeschichten also: Sie verharreten täglichin» Tempel einmürhig , und brachen das Brod in denHäusern, und genossen die Speise mit Freude. (Im 2Kap. 4Ü V.) Ein wenig zuvor hatte er qesaget: Sie ver-harr, tcn in der Lehre der Apostel, und gemeinschaftlicherBrechung des Brodes, und dem Gebethe. Im 2 Kap.24 V.) Man sieht deutlich, daß aldort durch die Brechungdes Brodes das hochheilige Meßopfer angezeiget werde, undfolglich ist es gar wahrscheinlich , daß der heilige Lucas durchselbe Worte zu verstehen gebe, es sey das hochheilige Meß-opfer täglich von den Aposteln in den Häusern verrichtetworden.
z. Man weis aus der gar sichern Erblehre, von wel-cher man in der heiligen Schrift mehrere Spuren findr, (8)daß die Gläubigen an allen Sonntagen allzeit zur Verrich-tung des Meßopfers zusammen seyn gekommen. Eben die-ses kann man von den Festtagen sagen, von welchen ich oben(In des 2 Th. 4 Abth. 2 Kap. r Äbs. wo ich von dem erstenKirchengebothe gehandelt: und im 5 Kap. von dem viertenKirchengebothe.) schon bewiesen habe, daß viele aus einer apo-stolischen Uebergabe gehalten werden.
4. Was die andern gemeinen Tage betrifft, war in die-sem bey unterschiedlichen Kirchen ein unterschiedlicher Brauch.Einige, saget der heilige Augustinus, (8piK. 54 , rst. uzsst^auusr. c. 2, n. 2.) nehmen täglich einen Theil andem Leibe und Blute unsers Herrn ; andere empfangenselbe an gewissen Tagen: in einigen «Verlern geht keinTag vorbey, an dem es nicht verrichtet wird ; in andernnur am Sams- und Sonntage: und alle diese Dinge ste-hen einem frey zu beobachten. Vormals wurde in der Kir-che
(L) HA. 20, 6 L legg.