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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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z Theil. 2 Abtheilung.

2. Es ist gar wahrscheinlich, daß dieses Opfer bey derKirche zu Jerusalem, nachdem selbe den heiligen Geist amPfingstfeste empfangen hatte, täglich von den Aposteln seyverrichtet worden; denn der heilige Lucas redet im zweytenKapitel der Apostelgeschichten also: Sie verharreten täglichin» Tempel einmürhig , und brachen das Brod in denHäusern, und genossen die Speise mit Freude. (Im 2Kap. V.) Ein wenig zuvor hatte er qesaget: Sie ver-harr, tcn in der Lehre der Apostel, und gemeinschaftlicherBrechung des Brodes, und dem Gebethe. Im 2 Kap.24 V.) Man sieht deutlich, daß aldort durch die Brechungdes Brodes das hochheilige Meßopfer angezeiget werde, undfolglich ist es gar wahrscheinlich , daß der heilige Lucas durchselbe Worte zu verstehen gebe, es sey das hochheilige Meß-opfer täglich von den Aposteln in den Häusern verrichtetworden.

z. Man weis aus der gar sichern Erblehre, von wel-cher man in der heiligen Schrift mehrere Spuren findr, (8)daß die Gläubigen an allen Sonntagen allzeit zur Verrich-tung des Meßopfers zusammen seyn gekommen. Eben die-ses kann man von den Festtagen sagen, von welchen ich oben(In des 2 Th. 4 Abth. 2 Kap. r Äbs. wo ich von dem erstenKirchengebothe gehandelt: und im 5 Kap. von dem viertenKirchengebothe.) schon bewiesen habe, daß viele aus einer apo-stolischen Uebergabe gehalten werden.

4. Was die andern gemeinen Tage betrifft, war in die-sem bey unterschiedlichen Kirchen ein unterschiedlicher Brauch.Einige, saget der heilige Augustinus, (8piK. 54 , rst. uzsst^auusr. c. 2, n. 2.) nehmen täglich einen Theil andem Leibe und Blute unsers Herrn ; andere empfangenselbe an gewissen Tagen: in einigen «Verlern geht keinTag vorbey, an dem es nicht verrichtet wird ; in andernnur am Sams- und Sonntage: und alle diese Dinge ste-hen einem frey zu beobachten. Vormals wurde in der Kir-che

(L) HA. 20, 6 L legg.