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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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rr» z TlM 2 Abtheilung.

ben bey dem Meßopfer sich einsindt, wenn er also gesinnt ist,daß er nach dem Willen der Kirche durch die Hände des Prie-sters das Opfer verrichten wolle, und überhaupt um jenesanhält, um waS der Priester bey dem Meßopfer bittet, jaauch mit desselben Verrichtungen und Gebethen sich vereini-get : handelt er recht, und verrichtet kein nunüßliches Ge-beth , was immer für ein selbes seyn mag, wenn er auch schonunterdessen besondere Gebethe verrichtet, die sich wenig aufdas Meßopfer zu schicken scheinen.

Die beßte Weise aber die Messe anzuhören ist diese, wenneiner nicht nur insgemein, sondern besonders sich dem Gemü-the nach mit allen Verrichtungen und Gebethen des Priesters,welcher die Messe liest, vereiniget: wenn er mir dem Priester,da dieser bethet, auch bethet, mit demselben opfert, wanner opfert, mit ihm lobet, da selber lobet: wenn er das,was vorgelesen wird , liest oder doch aufmerket, wenn er al-le Gebräuche betrachtet und einsieht. Auf solche Weise ver-hält man sich besser nach dem Willen der Kirche, die dasOpfer verrichtet; denn jede Gebethe, jede Gebräuche desMeßopfers gehen einigermassen sowohl das Volk als den Prie-stern an. Im Anfange leget das Volk ^ mit dem Priesterdie Bekenntniß der Sünden ab : es singt das Volk den Ein-gang der Messe, das Ryrie, das Lobgesang Gloria in Ex-celsis, das Graduale, die Glaubensbekennrniß, dasOffer-tvrium, Gancrus, und die Communio: es antwortet dasVolk Amen nach jedem Gebethe des Priesters, durch welchesWort es zu erkennen giebt, daß es auf selbe Gebethe aufge-merket habe. Es höret die Epistel, wie auch das Evange-lium , und zwar stehend, damit dadurch eine größere Auf-merksamkeit und Ehrerbietigkeit gegen die heiligsten Worte

des

* In unsern deutschen Kirchen wissen nur von diesem und den so!,genden Brauchen Nichts; es wäre aber gewiß und sehr ;u wünschen,- selbe anstatt der so vielfältigen und nur gar zu gemeinen Unan-ständigkeiten unserer Tonkünstler endlich einmal eingeführet, eine grös-sere und wahreA»dacht bey dem Volke erwecket, und die wichtigsteVerrichtung unserer Religion mehr dadurch verherrlichet würde.