*4 z Theil. 2 Al-iheilung.
A. Einige gemeiniglich aus den Psalmen und andernBüchern der heiligen Schrift gezogene Gedeihe. Sie sindunterschiedlich, wie nämlich auch die Zeiten und Festlägeunterschiedlich sind. Es werden selbe gesungen , damit nachgelesener Epistel der Chor mit heiligen Gebethen besä-aftigetsey, bis der Diacon zur feyerlichen Ablesung des Evange-liums sich bereitet. Ich meyne aber nützlich zu seyn, wennich die völlige Beschaffenheit dieser Gebethe ein wenig weit-läuftiger beybringe.
Die Epistel und das Evangelium wurden vormals (Wiees noch ihr in mehrern Kirchen geschieht) auf einem erhöhe-ren Orte, (6) welches zwischen dem Chöre und dem HinternTheile der Kirche gelegen war, abgesungen, daß also der Le-ser von dem gegenwärtigen Volke leichter konnte gehöretwerden. Zwischen der Ablesung der Epistel lind des Evan-geliums giebt es viele Verricht-mgen. Es muß der Weih-rauch geseguet werden, * * der Diacon muß vor dem Evan-gelium ein Gebeth verrichten, und von dem Priester den Se-gen begehren, hernach mit den vorausgehenden Leuchterträ-gern und dem Subdiacon mit einem Kirchengeprange zu demerhvheken Orte, wo das Evangelium gelesen wird, sich hin-begeben. Bis dieses geschieht, werden einige Verse anSden Psalmen , und andere aus der heiligen Schrift gezogeneGebetbe oder Lobgesänge abgesungen, damit der Chor beschäf-tiget sey , und auch das Volk betrachten möge, was in derEpistel enthalten ist. Mal, heißt alles selbes das Graduale,weil es nach dem Brauche der römischen Kirche bey der Staf-fel des erhöheten Ortes oder Pultes gesungen wird; nach demBrauche etlicher andern Kirchen aber, zum Beyspiele der zuRheims, wird es auf den Staffeln der Gegend des Choral-
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* Dieses geschieht, wie oben vor dem Eingänge zur Meffe (Bei-der 2 Zahl- ist gemeldet worden , doch ohne Eeräncherung des Alrare oder Priesters.