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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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*4 z Theil. 2 Al-iheilung.

A. Einige gemeiniglich aus den Psalmen und andernBüchern der heiligen Schrift gezogene Gedeihe. Sie sindunterschiedlich, wie nämlich auch die Zeiten und Festlägeunterschiedlich sind. Es werden selbe gesungen , damit nachgelesener Epistel der Chor mit heiligen Gebethen besä-aftigetsey, bis der Diacon zur feyerlichen Ablesung des Evange-liums sich bereitet. Ich meyne aber nützlich zu seyn, wennich die völlige Beschaffenheit dieser Gebethe ein wenig weit-läuftiger beybringe.

Die Epistel und das Evangelium wurden vormals (Wiees noch ihr in mehrern Kirchen geschieht) auf einem erhöhe-ren Orte, (6) welches zwischen dem Chöre und dem HinternTheile der Kirche gelegen war, abgesungen, daß also der Le-ser von dem gegenwärtigen Volke leichter konnte gehöretwerden. Zwischen der Ablesung der Epistel lind des Evan-geliums giebt es viele Verricht-mgen. Es muß der Weih-rauch geseguet werden, * * der Diacon muß vor dem Evan-gelium ein Gebeth verrichten, und von dem Priester den Se-gen begehren, hernach mit den vorausgehenden Leuchterträ-gern und dem Subdiacon mit einem Kirchengeprange zu demerhvheken Orte, wo das Evangelium gelesen wird, sich hin-begeben. Bis dieses geschieht, werden einige Verse anSden Psalmen , und andere aus der heiligen Schrift gezogeneGebetbe oder Lobgesänge abgesungen, damit der Chor beschäf-tiget sey , und auch das Volk betrachten möge, was in derEpistel enthalten ist. Mal, heißt alles selbes das Graduale,weil es nach dem Brauche der römischen Kirche bey der Staf-fel des erhöheten Ortes oder Pultes gesungen wird; nach demBrauche etlicher andern Kirchen aber, zum Beyspiele der zuRheims, wird es auf den Staffeln der Gegend des Choral-

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* Dieses geschieht, wie oben vor dem Eingänge zur Meffe (Bei-der 2 Zahl- ist gemeldet worden , doch ohne Eeräncherung des Alrare oder Priesters.