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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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z Theil. 2 Abtheilung.

verursachen sie bey allen ein Misstillen und Aergerniß , nichtaber eine Erbauung, wie es doch seyn sollte.

4. Vrele stecken in einer so groben Unwissenheit, daß sieandere gute Me-ke unterlassen, und vermeynen ihrer Selig-keit versichert zu seyn, wenn sie nur an heilige > rke walfar-ten, cbschon ihr Stand und ihre wesentliche Pflichten nichtgestatten wollen weit und viel herumzureisen.

z. Nicht die Andacht oder Ebre Gottes, sondern mensch-liche Zuneigungen und unterschiedliche Begierlichkeiten trei-ben eine Walfark vorzunehmen an. Man nimmt den äußer-lichen Schein für die Sache selbst, und hält sieb an den Buch-staben, welcher tödtet; läßt aber den Geist, welcher das Le-ben giebt, dahinten : und also scheint es äusserlich , daß manGott verehre, das Herz aber ist weit von Gott emfernel; dadoch Gott ein Geist ist, und welche ihn anbethen, imGeiste und der Wahrheit anbethen müssen. (Joan. 4,24.)

F. Wie solle man eine heilige Walfart vornehmen undverrichten, damit Gott dabey im Geiste und der Wahrheitangebethet werde?

2 l. i.. Man muß eine gute Meynung also haben , daßman nur Gott zu ehren und aus Andacht die Walfart an-stelle. Unter der Andacht verstehe ich eine sstcne, welche mitder Klugheit vergesellschaftet, und nach den Regeln des Glau-bens und allen Pflichten, welche einem -eben obliegen, ein-gerichtet ist, sonst wäre sie eine verstellte Andachl.

2. Man muß nicht mit überall unbescheiden herumschwei-senden Augen oder mit einem zerstreuten Gemüthe einherge-hen, sondern also sonst, hen, daß man überall durch die Ein-gezogenheit, das Stillschweigen, die Mäffigkeit, Bestän-digkeit im Gebethe, und Vermeidung aller Ausgelassenheitund eitles Vorwitzes einen guten Geruch Christi von sich gebe. ^z. Man muß sich von eitlen und unnühlichen , und nochvielmehr von unehrdacen Dingen zu reden enthalten ; son- i.der» was immer wahr, was immer züchtig, was immer 'gerecht, was immer Ueblich P, was immer einen guten

Ruf