Band 
Zweyter Theil.
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Ha 1790

erlangen. Er war aber kaum zuConstantinopel angekommen, als ihnein hitziges Fieber gleich im Ansangseines bans» dahin riß. Er wardin dieser Hauptstadt desOttomanni-scher, Reichs mit geziemenden Ehrenbeerdigt. Sein Vater schenkte deröffentlichen Dibliotheck zu Basel dieHandschriften, die ihm nebst seinesSohns andern, Geraihe von Cvn-stankinopel geschickt worden.

Harder^ (Joh. Jacob) ein berühm-ter Arzt des XVII. Jahrhunderts,und des vorhergehenden jüngster Bru-der, war zu Basel den i/.Septemb.1656. gcbohren. Nachdem er inseinem Vaterland der Arzneykunstobgelegen, reisete er 1676. nachFrankreich, um sich in der Anatomieund Chirurgie vollkommener zu ma-chen. Nach seiner Rückkunft nahmer in seiner Vaterstadt die Doktor-würde an. >678. ward er Profes-sor der Redekunst, 1686. der Na-turlchre und das I hr hernach derArzneykunst. Er war ein Mitgleidder Akademien äe' kicovrari undKmurL (üueiolorum. l 694. mach-te Ihn Kays r Leopold zum ComesPalatinus, und die Höfe von Dur-lach, Würtemberg, Hessencasfel,Hollstein und die Grasen von Leinin-gen und von tzanau ernannten ihn zuihrem Arzt. Er starb 17, >- Sei-ne vornehmsten Schriften sind:»pisrium; krollromus pliyHoloxi-cus; Lxsmen snsiomicum uoclÜLLcerrellris, erc.

Hardc, ( Hermann von der) ein lu-therischer Gottesgelehrter und Philo-logus, gebvhren zu Melle in West-phalen den if. Nov. ,6«o, studirteru Jena, Hamburg und Leipzig,legte sich vornemlich auf die morgen«ländische Sprachen, und ward >688.Bibliothekar und Secretär bey Her-zog Rubolph August von Braun-schweig, 1690. aber Professor derniorgenländischen Sprachen zu Helm-

städt. ,699. ward er Probst desJuugfcrnklvsters, das vor Helmstadtauf dem Marienberge liegt, ,70».Bibliothekar zu Helmstädt, wurde,727. pro Lmeriro erklärt, undstarb den r8. Febr. ,748. Er warein sehr gelehrter Mann , der ungr-mein vieles geschrieben, sich aberdurch) seine besondere Meynungen auchsehr viele Gegner zugezogen hat.

Harduin , (Joh. ) ein durch seineGelehrsamkeit und sonderbare Mey-nungen berühmt gewordener franzö-sischer Jesuite, gebohren zu Quim-per in Bretagne, war eines Buch-händlers Sohn, trat noch sehr jungin den Jesuiterorden, und studirteso fleissig, daß er gar bald in der ge-lehrten Welt Aufsehen machte. DerPater Harduin bildete sich ein, alleBücher, die man vor alte ausgebe,sowohl weltliche als geistliche, seyenim XIII. Jahrhundert vondenMön-chen zusammengeschrieben worden,wovon er nichts ausnabm, als dieWerke des Cicero, die Hilloriamna-ruralem des Plinius, die Oeorxicades Virgilius, die Latyras und Lkü-ttolas des Horatius und einige wem,ge andere. Er entwickelte diesesSystem in seiner eiironoIo§>e re-tablie par les meänilles, und reiztedadurch billiger Weise alle Gelehrtenwider sich. Dann der unstreitigenBeweise nicht zu gedenken, die manvor das Alterthum dieser Schriftenhat, dergleichen die vortrestiche^eneis des Virgilius und die Odendes Horatius sind; wer wollte glau-ben , daß die Mönche und andereSchriftsteller des XIII. Jahrhun-derts, die ohne Geschmack, ohne Li,teratur und ohne Schreibart waren,wie aus allen Schriften dieser Zeitenerhellet, dergleichen Werke verferti-gen können? Die Jesuiten miß,billigten und verdammten auch öffent-lich Harduins System, und nöthig-ten ihn, solches zu widerrufst!,. Er

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