Band 
Zweyter Theil.
JPEG-Download
 

r 84 r He

Sept. 1106. in welchem Robert gvschlagen und gefangen wurde. Hein-rich hatte mit dem H. AnselmuSgrosse Slrittigkeiten wegen der In«vestiturcn, und starb >i;s. im 68.Jahr. Die Krone fiel zwar aufseine Tochter Mathildis; allein sei-ner Schwester Sohn Stephan be-stieg den Thron.

Heinrich II. mit dem BeynahmenLourrrncmtel, König in Engel-land , folgte auf König Stephanden ,o. Dec. 1154. weil er derMathildis Sohu und Heinrichs I.Enkel war von seinem Vater Gott-fried Plantageneta, Grafen von An-jou , und seiner Gemahlinn Eleono-ra, Erbinn von Aquitanien, ver-mehrte er seine Herrschaft mit An,jou, Touraine, Maine, Poitou,Saintonge , Guienne und Gasco-gne. Conan IV. nahm er Breta-gne ab, und eroberte Jrrland.Mit dem H. Thomas von Canter-bury hatte er viele Händel, und alser Ursache an dessen Ermordungwar; so mußte er Busse thun.Seine Söhn« empörten sich widerihn, und verursachten ihm vielenVerdruß. Er bekriegte König Phi-lipp August in Frankreich, und starbzu Chinon den 6. Jul. 1189. SeinSohn Richard I. war sein Nach-folger.

Heinrich III. König in Engelland,gemeiniglich Heinrich von Win-chester genannt, weil er in dieserStadt gebohren, war Johannsohne Land und Jsabellen vonAngouleme Sohn , und folgte aufseinen Vater den 2« Oct. 1216.Die Engeüänder hatten zwar vorheraus Mißvergnügen über JohannsRegierung den französischen Dau-phin , nachmaligen König LudwigVIII. der sich damals in Engellandbefand, zum König gemacht. Al-

He -842

lein dieser nahm nach Johanns Todeine grosse Summe Gelds, undgieng wieder nach Frankreich. Hein-rich III. hatte eine ausscrordentlicheBegierde die Normandie und dieübrigen Provinzen wieder zu er,obern, welche die französischen Kö-nige von König Johann eingezogenhatten. Allein alle seine Forderun-gen und Versuche waren vergeblich.Er sahe sich so gar genöthigt, mitKönig Ludwig dem Heiligen einenVergleich einzugehen, durchweichenihm nichts mehr übrig blieb, alsder Theil von Guienne, der jenseitsder Garonne liegt. Einige Zeit her-nach empörten fich die Engellanderwider ihn unter Anführung des Gra-sen Simon von Montfort, Grafenvon Leicester, eines Sohn- von demGrafen Simon von Montfort, dersich wider die Albigenser so grausamerwiesen. Sie gewannen ihm 1264.das berühmte Treffen bey Lewes ab,worinnen Heinrich nebst seinem Bru-der Richard gefangen genommenworden. Sein Sohn Eduard hattezwar die Völker der Stadt Londengeschlagen, ließ sich aber durch leereVerhandlungen aufhalten, und wur-de gleichfalls gefangen genommen.Die Freyherrn des Reichs machtenhierauf einen neuen Entwurf von derRegiernngsform des Reichs, wel-chen der König unterzeichnen, unddas Parlament gut heissen mußte.Dieß ist eigentlich der Zeitpunct undder Ursprung von den Gemeinen,und von der Macht des Parla-ments in Engelland , wann mansolches als eine Versammlung an-sieht , die aus den drey Ständendes Reichs bestehet. Das folgen-de Jahr 126;. errichtete der Grafvon Glocester, der auf die Gewaltdes Grafen von Leicester eifersichtigwar, eine Parthey wider diesen,und hals dem Prinzen Eduard zuseiner Freyheit. Alsbald bekamenMmm 5 die