Band 
Zweyter Theil.
JPEG-Download
 

2105

deS Kaystts Antonius Lehrmeister.Er ssinmlete um die Mitte des H.Jahrhunderts die Verordnungen undTraditionen der jüdischen Richterund Lehrer, weiche vor ihm gelebthaben, und brachte sie in ein Buch,das er Mischna nennte. Es be-steht au« 6. Theilen : der erste han-delt vom Ackerbau und vom Saa-men; der zweyte von den Festtagen;der dritte von den Hryrakhen undwas die Weiber betrist; der viertevon Beschädigungen, Vortheilenund andern bürgerlich?» Dingen;der fünfte von den Opfern, und dersechste von der Reinigkeit und Un-reiuiqkeit nach dem Gesetz. DißBuch ist der Text des Talmuds,und ist gleichsam der Codex von denVerordnungen und gerichtlichen Aus-sprüchen der alten jüdischen Obrig-keitspersonen. Surenhusius hat ei-ne gute Ausgabe davon ebräisch undlateinisch in ;. Folianten aas Lichtgestellt. Es wäre zu wünschen,daß auch der Talmud, welcher einComment, über die Mischna ist,und Gemara genennt wird, gleich-falls ins lateinische übersetzt würde.Der Talmud wird auch zuweilen inweirläuftigeni Verstand genommen,da er sowohl die Mischna als Ge«mara bedeutet.

Juda, mit dem Beynahmen Chiug,ein berühmter Rabbine aus Fe; ge-bürtig , und einer der besten jüdi-schen Sprachlehrer, lebte im XI.Jahrhundert. Man hat noch zer-fchiedene arabische Handschriften vonihm, so hoch gehalten werden.

Juda, (Leo) einreformirter Predi-ger, gebohren zu Zürich iab-schlug sich zum Zwinglius, gelangtezu grossem Ansehen in seiner Kirche,und starb in seiner Vaterstadt denJul. isar. Seine lateinischeUebersetzuog der Bibel findt mau

Iu 2lc>6

bey den Noten des Vatablu«.Man hat auch noch andere Schrifttea von ihm.

Judas, ein Apostel deS HErrn,hieß auch Lebbäus, oder Thad-däus, und war des kleinen JacobiBruder und Christi Anverwandter.Er war verhcyrathet und hatte Kra«der. Er soll das Evangelium iaMesopotamien, Arabien, Syrien,Jdumäa und Libyen gepredigt, undzu Berptus um das Jahr Christi «o.den Märtyrertod erlitten haben.Man hat noch eine kanonische Epi-stel von ihm. Er hat sie nach derEroberung Jerusalems, vornewlichvor die bekehrte Juden geschrieben.Judas begegnet darinnen den Ni-colaiten, Simonianern, Gnosti«kern und andern Ketzern, warnetvor den Verführern und ermohoetzur Beständigkeit im Glauben. Erbezeugt nicht undeutlich, daß er nachden andern Aposteln geschrieben.Einige Alten, auch Luther, habendiese Epistel nicht vor kanonisch hal-ten wollen; weil er darinnen dieProphezeyung Eaochs anführt, soim Canon des Alten Testamentsnicht vorhanden. Allein dieserZweifel hat sich nicht lange erhalten,indem man eingesehen, daß Judassolche Prophezeyung auch au«mündlicher Tradition habe einrü-cken können, und hierdurch seinerEpistel eben so wenig verschlagen,als z. E. Paulus dem kanonischenAnsehen der seinigen etwas benom-men , wenn er denselben Verse au«heidnischen Dichtern einverleibt,

Judas Maccabäus, ein berühm-ter jüdischer Feldherr, war des Für«sten der Juden -Machathias drit-ter Sohn, folgte aus seinen Va-ter ,66. Jahr vor Chr. Geb. Un-that Wunder der Tapferkeit wiederdir Feinde -e« jüdischen Volks.