2143 Rr
Spanien; der Prätendent selbstkam den is. Merz 171? zu Rosesin Catalonien an, und wurde inSpanien als König von Großbri-kannten erkannt, nachdem den 6tenMerzen schon die vor ihn ausgerä-stete Flotte, aus zehrn Kriegs» undvielen Frachtschiffen bestehend, vonCadir auSgelauffen war. Sie hat»te 6000. Mann, meistens Jrrlän»der und Waffen für > r. bis 15000.Mann am Bord. Der Herzog vonOrmond führte als Generalcapitaindes Königs von Spanien den Ober»befehl über das Ganze. Allein einbeym Vorgebürg Finisterrä erlittenerSturm vereitelte das ganze Vorha-ben , und obgleich zwey spanischeFregatten zoy. spanische Soldatenzu Kintall in Schottland an Landsetzten, welche mit den mißvergnüg-ten Schotten auf 5000. Mann an-wuchsen , so wurden doch auch diesevon dem General Wightmann baldwieder zerstreut, und die Mißver-gnügten retteten sich wieder nachSpanien. Keith und sein Brudertraten hieraus von der Seite deSPrätendenten völlig ab, und nah-men spanische Kriegsdienste an.Keith bekam die Bestallung als O-bristcr. Weil ihm aber der dama-lige friedliche Zustand in Spanienkeine Gelegenheit versprach, seinemFeuer und seiner Ruhmbegierdegenug zu thun, auch überdiß die pro-testantische Religion ihm keine Hos-nung ließ, in Spanien zn höhernEhrenstellen zu gelangen, so be-schloß er, diese Dienste zu verlassen.Er erwählte die russischen, bat sichein Empfehlungsschreiben vom Kö-nige in Spanien an den russischenHof aus, und erhielt von diesemdie Bestallung als Generalmajorim Jahr 17» 8. nach Madrid. InRußland regierte eben Peter ll.als Keith daselbst anlangte. Er
Ae 2144
erwarb sich alsbald die Gnade die-ses Prinzen, und darneben die Gunstdes damals so mächtigen Fürstenuud Feldmarschalis Oolgorucki, sodaß ihm dieser eine Verbindung miteiner seiner Muhmen antrug, dieaber Keith, entweder weil er nie»mals zu heyrathen gesonnen war,oder weil er das Lolgoruckische An-sehen nicht vor daurhaft genug hielt,so geschickt von sich ablehnte, daßder Feldmarschall dennoch seinFreund blieb. Als die KayserinnAnna zur Regierung kam, errichtetesie ein drittes Regiment Leibgardeunter dem Nahmen des Jsmailou-schen Leibregiments, und ernennteKeithen zum Obristlieutenant dessel-ben. Bald darauf ward er Gene»ralinspector der russischen Kriegs-völker. Diese zwar sehr beschwerli-che Bedienung machte ihm Gele-genheit so wohl die Völker sslbst,die er dereinst anführen sollte, alsauch die Provinzen des «veitlausti-gen russischen Staats genauer ken-nen zu lernen. Als der russischeHos wegen der streitigen pohlnischenKönigswahl im Jahr >7); eineArmee unter dem Prinzen von Hom-burg zu Unterstützung des Churfür«sten von Sachsen in Pohlen einrü-cken ließ, befand sich auch Keith beydemselben, und zeigte überall so vielMuth, Einsichten und Klugheit,daß er im Jahr 17; s. zum Gene-rallieutenant ernennt wurde. DerGeneral Lascy, sein LandSmannund Freund, welcher im Jahr1755. 14000. Mann russischer Völ-ker dem Kayser an den Rhein zuHälfe fähren sollte, hatte unsernKeith als den nächsten Befehlsha-ber bey sich. Allein, der gleich dar»auf mit Frankreich geschlossene Frie-ge machte den weitlauftigen Zugdieser Völker unnütze. Das Jahrdarauf 17z 6. erklärte Rußland und