_Viertes Buch. 475
Als sie deßwegen ihm unbelübige Wort fallen liessen,verleumdete er sie m § >bey dem Abt, als hätten sie den Abt an Ehren angriffen, dann dessen 8s<^Zweck war des AbtS wider Notkerum,tragenden Unwillen zu unter-halten. Der Abt stellete sie hierüber zu Red,tönte aber nichts auf siebringen,wolte vielwentger auf thrBegehren,denAnkläger anzeigen undabstraften. Doch sielen sie auf Sindolsum, welcher dem Abt, sich beyselbigem einzuflicken,alles zu Ohren trage.Nun pflegten diese drey,wagsieNachtsvom gemeine» Gebattkommen,bi8siewiderumzum selbigengehen müssen, mit betrachten H.Schrtfft sich mit einanderen zu er-bauen. Bey solcher Gelegenheit stunde Sindolfus auf eine Zeit, wieer vermeynte,in geheim,nahe bey einem Fenster,an welchem Tutilo ge-sessen,in Hoffnung etwas aufzufischen, dardurch er sieinUngelegenheitbringen tönte. Tutrlo zeigte solches feinen Beyseffen an,in Lateinischerdem Sindolfo unbekandter Sprach,denNotkerum einen sanftmüthtgenMann vermahnende in die Ktrch zugehen.Aber RatpertuS,ein strengerund ernsthaffter Schulmeister,mußte in derStilleeine Peitschen holen.
Als Tutilo vermerckte, daß Ratpertus nicht mehr fern war/öffnete erdas Fenster, und ergriffe den Sindolsum bey dem Haar: Ratpertusschmisse mit der Peitschen, hernach mit der Ruthen auf ihn so lang zu,biß er sich zu erkennen gäbe. Als die übrigen Mönchen fragten, wasdtß Geschrey bey solcher Unzeit bedeute ? Antwortete Tutilo, er habeden Teufel gefangen, und forderte ein Licht, ach daß er ihn besichtige«könne. Ehe man aber ein Licht gebracht,machte sich Ratpertus in ge-heim darvon; also daß Sindolfus nicht wissen können, wer ihm so em-pfindliche Streiche gegeben. Tutilo aber zöge den Ohrenblaser nochImmer bey den Haaren,von einer Seiten anfdte andere,fragende: ob erdann Sindolfus seye? Als die herbey lauffenden Mönchen solches be-jaheten,sagte Tutilo,wie wird es mir wohl ergehen,daß ich an des Bi-schoffs geheimen Freund Hand gelegt habe? Als Tutilo gefraget war,wo Ratpertus und Notkerus seyen, antwortete er, als sie verspürtendaß der Teufel um die Weg seye, liessen sie mich allein mit diesem Gasthandle», sie aber giengen hin des Herren Merck zu verrichten, so daßSindolfus ohnfehlbar durch einen Engel Gottes geschlagen wordenseye. Etliche sagten, Sindolfus habe den wohlverdienten Lohn em-pfangen,andere vermeynten,Tutilo habe es zu grob gemachet.Sindol-sus versteckte sich eine lange Zeit.Der Abt sahe es an als eineFrucht de-bösen Gemüths,welches diese drey gegen ihn jederzeit getragen,und ver-spräche Sindolfo,ihn desto besser zubesörderen,welches auch geschehen.
Hieronymo folgere im LausavnischenBischthumBoso,w«rdezu 8--.
Mmm » So-.