__Viertes Buch._ 705
tich nur einmahl (x) mit Nahmen gedachr,nam!ich an den Tag an wel-chem er gemarteret worden, hernach haben auch Lebendige angehalten,daß man bey Haltung des H Abendmahls für sie bitte, und weilen dieChristen daS H Abendmahl gehalten, alS offt sie zum Gottesdienst zu-samen kommen,so ist auch jedesmahl Fürbitt für alleGlaubtge,Lebendi-ge und Todte abgelegt worden. Sihebl.2o6.zi 6. (y). Anstatt nunman anfänglich nichts gethan,als daß man die Nahmen der Martere-ren erzehlet und dero Standhafftigkeit gerühmt; hernach aber für sie ge-bätten,beredete man sich zuAugustiniZeitemdaß die Todten für die Le-bendigen bitten,darson bl 208 .Und hielte man beyGott an,daß er solcheFürbitt erhören wolle, welches aber damals weder eine alte, noch einedurchgehende Gewohnheit war (2): doch wolte Augustinus nicht geste-hen,daß man zu denHeiligen daSGebätt richte (a).Und trösteten sie sichder Fürbitt der Heilten also;daß sie doch allein Gott im Nahmen deSHerren Jesu angerüfl (k,). Weilen aber eines theils diejenigen, welche Bilde« derbegehrt daß man beyHaltung des H.Abevdmaklsmit Ausdruckung ih- Altärenres Nahmens für sie bätte, den Mönchen und Priesteren deßwegen rei-und Meßche Verehrungen gethan; anders theils die Clerisey solcher Belohnung^"'begierig gewesen,bat sich dieAnzahl derMeffen vermehret,und vermeyn-te dieClertsey,sie erstatte eine groffeLtebemnv sehr nutzltchesWerchso siefür jemand vtelMeffen zuhalten verftrechen.Daraus ist entstanden,daßan etnemTag nicht nur in einer Kirch sondern von einem einigen Prie-ster (c) unterschiedliche Messen gehalten worden.Jtem,daß zween odermehr Altäre in eine Mch gesetzt worden, auf daß wo viel Priester wä-ren, zugleich viel Messen möchten gelesen werden DaSältesteEpempelvon Vermehrung der Altären wird im vi. Jahrhundert gezeiget <ä).
Vergl §.64.Daher etliche viel Messen versprochen, bl.426.446. Ohnedaß sie geglaubt daS H.Abendmahl seye ein Opfer,durch dessen KrafftGott versöhnt,und die Todten aus einem Fegfeuer errettet worden.
xx. Wie wir nun nicht in Abred sind, daß nicht unterschiedliche Anderein heutiger Römischer Kirch übliche Mtßbränche zu Caroli Zeiten, so NeuereNicht Aeste.doch Wurtzlen gewonnen haben,deßwegen sie jur die Kirch sm.Gottes schwereZetten gewesen,so haben eben diese Zeiten der Kirch dar-mtt grossen Schaden zugefügt,daß viel alte gute Ordnungen darinn tni. Theil. Rrrr Ab-
(x) ^ruilverl-llir illa vikcir semel raotüm an pdpeluo rccurrerint, »0l>aulim säkrmzre. ^lsbjlloü. prrk. ic>r, Leneci. tec. Ivm. 2. (/) V»Ü. Uv
r^ulnbur l.stin. p. ,240. aä 1245. (r) DrU.loc.clt.pag »»;-. (a) äeLiv.vei.
XXH. »o. (d) viä. äleman.;(c) dtabiU.iec.Lcse^. V, x, 4lS.rom.pr«k. 8.77. St lcc. V. pr«fak. §.