_ Viertes Buch.' 784
„ertranckt werden sotten, lassen fie selbige entblößen, beschauen dieselbi-,'gen mit leichtfertigen Augen, oder zwingen fie,ihr Leben mit schwerem„Geldzuerkauffen.Cardinal Hugo sagte (§),der Satan habezwoTöch-tere» gehabt,den Geitz und die Unkeuschheit,jene habe er denJuden,dieseden Hevden vermählet.Aber die Geistlichen haben beyden diese Weiberentführt, und für sich selbst behatten.Wir wollen aber absonderlich be-drucken ihren Beruf, und dessen D«rwaltm»g. Der Berufin dieSimsney.KtrchM'Aemter hatte fich gantz verlohren. Einige Prälaten haben dieThür des Schaafstals mit Gewalt aufgestoffen, und sich eingedrungen,andere, haben fie mit einem güldenen Schlüssel geöffnet. Nachdem sieaber die hohen Stellen um Geld erkaufft, haben fie auch die geringerenvrrkauft.Der Leser findet hiervon Exempel, bl. zn. Z42. z6z. 617. rc.
Dieses Übel war so groß,daß Lambertus,Mönch zuHirsfeld, bey An-laß deSä. e. io7i.Reichenauischen Abts schreibt: «Dieser falschge-,-nannte Münch,ja ich muß mit Sckmertzen sagen,dieser in einen Engel„des Lichts vergßaltete Engel des Teufels, hat den heiligenMönchen-stand solcher Massen verschreyt, und verderbt, daß man nicht mehr die„Frommen,sondern die Reichen gesucht,und nicht mehr gefraget wird,«werdenPrälaturen am besten vorstehen könne, sondern wer am mei-„sten Grid drum geben wolle. Der unselige Ehrgeitz diefeSMenfchen,
„hat die Gewohnheit aufgebracht, daß die Abteyen bey Hofverkauft„werden. Es wird keine so hoch augesetzt.daß nicht immer sich Käuffer„herfürthüen, indem die Mönchen,nicht mit einem guten Eifer, um die„Reglen zuhalten sondern um Wucher undGewinn eiferen.Wann wir„ader dieses Übel nach Nothdurft beschreiben wollen; müßten wir ein«aantzes Buch darvon schreiben- Endlich schreibt er, dieses Unkraut,priese Stopfien, haben gleich einer Schwindsucht, den Leib (des Kir>„chenstands) so gar durchgegangen, daß man darfür gehalten, sie seyen„alle gleich, und feye kein guter unter thnen.Dieses Übel hatte lang vorKavser Heinrich i v.Zeiten eingeriffen,und wütete nirgend hefftiger alszu Rom(K). Doch hatte erst dieser das Unglück,daß er gelebt zur Zeiteines Pabsts, welcher unter dem Vorwand, wider dieses Laster Mise-ren, den Kayser um Cron und Thron zubringen getrachtet.
xeix AuS dieser Wurtzel des Ehrgeitzes ist entsprossen, daß ihrerviel mit einer einigen Pralatur sich nickt vernügt. S. Ulrich war zu- den.gleichBischvffzuAugspurg und Abt zuKempten (i).Wieviel Bischof
Ccccc z fe
(Z) ln OIoNz ,p 4 rorrinx. 4 !.k.On 5 . p. 4,6. Sc 2vvlnZei-.8ynr-Zin.aisp.s-.l4. (l>) 6o!<j. klemrn.z: 75. VN'er, c!s SucceN'. Lccles, s-, 10-» ttvnmx .tt.L. Z:,6-. l-zng. 7 41;. tz. 5, 6, (i) Luc, Look- 94 >.