194 Helvetischer Kirchengefchichtm
N-C-G.--—--
1524. lehrten mitgeben solten/stch in das Mittel schlagen. Von Zürich war
Leo Jud; von Schaffhausen / Sebastian Hofmeister / dahin geordnet.Doch haben sich die Partheyen/vor Ankunfft dieser Abgesandten/ver-' glichen; deßwegen man keine viipm-mon mehr gestatten wolte. Sienamen den Ruckweg/durch Sangallen/predigeken daselbst aufWettcrsund ehrlicher Bürgeren Begehren/und starteten die Herzen der Gläu-bigen nicht wenig (r).
Meß zu Angeregtes Urtheil der Landsgemeind/möchtc Ursach gewesen seyn/^PPVell daß TheobaldHuter/Pfarrcr zu Appenzell/diese seine Gemeind verlas-fen ' sen/und eine andere angenommen. Von dessen Nachfahr Laurenz Fäs-ler/schreibet Lang (s) / ftye nicht so eiftrig gewesen als Hüter: habe sicham Tag der Landsgememd/um geringer Ursachen willcn/durch'der Re-formierten Landamman / Herr Heinrich Baumann / die H. Meß ab-drauen lassen / und keine Meß gehalten. Gleich folgenden Tags aber/nach der Landsgemeind/seyen die Landleuthe von Gonten/samt ihremWieder- Caplan / Caspar Suter / in Haubtflecken kommen /und haben daselbstum emge« den Römischen Gottesdienst wiederum gehalten. Was Lang verblümtführt. vorstellet und zudecket / wollen wir aufdccken/und umständlicher erzeh-zchlen. Nach gehaltener Landsgemeind / haben Fäsler/und übrige Ea-planen derKirch Appenzell/Landamman Baumann gefraget: Ob sieMeß halten sollen oder nicht ? Wissen nicht was sie zuthun: wollen aberthun was er sie heisse. Landamman antwortete : Wolle ihnen wedergebieten noch verbieten. Sie wissen die Meinung der Landsgemeind.Können sie die Meß mit H. Schrifft erhalten / werde ihnen niemanddarwider seyn. Wo nicht / wolle er weder heissen noch rahten/ daß sieMeß halten. Hiemit ist selbigen Tags/ die Meß unterlassen worden.Äks aber etliche/durch Gonten heimreitende Evangelische/mit Freudenerzehlt/die Meß habe zu Appenzell ein End/sind folgenden Dienstags/die Rodsgnoffen von Gonten / samt ihrem Caplan gen Appenzell ge-kehrt/sich erfahrende: Sie wolten Meß halten/und es verantworten.Ficngen also die Meß wiederum anSelbst Caplan Fäsler. Schon ersich vernemmen lassen / um das / das er predigen werde/wolte er Rech-nung geben: um das aber/das er bey dem Altar thun werde/wolle erkeine Verantwortung schuldig seyn. „Wider den Schluß der Landsge-„mcind (sagt (r) Bischoffsberger) / krasst dessen jeder Priester / allein„lehren solte/was der Schrifft gemäß ist,,.
Evsnge. Durch den Eifer der Evangelischen Appenzelleren/ist das in ihremi»um auß aufgegangene riecht/ auch in das Rheinthal übergetragen wor-den.
(r) Ulk. 5.6ä11. klic. ( 5 ) I. psz. ior3. (t) 54 . t^- 44s-