Band 
Dritter Theil
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2.S2.

Helvetischer Kirchengeschichten

NC. T, ———————————————————————————————————————

i;24- „tes gethan/so die H. Christlich Kirche angenommen/und ihr Lehr zu-gelassen hat/ predigen und lehren/ohne allen Geitz: darinn allein der,>Seelen Heil und Besserung des Lebens suchen / und sich darbey ver-güten aller Lehren / so nicht von der Kirch zugelassen / rc. Sie sagenfehrners: »Wiewol wahr mag seyn/daß durch die H. Walter/Päpste„und Concilien/die geistlichen Rechte/viel Ordnungen und Satzungen„guter Meinung gemachet: jedoch sind solche Rechte und Satzungen/„nach und nach gemehret und gestrengerer worden / auch wider uns„Leyen zum dickeren mahl mißbraucht worden/so uns Leyen zu grossem„Nachtheil und Verderben dienet. So wil uns gebühren / als„der weltlichen Oberkeit/selbst in etlichen Sachen zuhilffzukom-men. Haben hierum die Ordnung zuhalten/aufgenommen: Zum er-„sten/ daß unsere Leuthpriester und Seelsorger/sich nicht auf den Geitz„legen / wie vorher viel geschehen. Nämlich / daß sie und ihre Helffer/„die H. Sacrament uns und den unserigen/nach Christlicher Ordnung„mittheilen / und uns die von Gelts wegen / nicht vorbehalten sollen.„Doch was an jedem Ort die Pfarrliche Recht sind/und jedem Pfar-rer und Sigrist/von Alters her gehört/das soll ihm auch erfolgen; ob„aber ein Leuthpriester oder Helffer/darinn zustreng halten wölke / soll„es bey des Orts oder Lands weltlicher Oberkeit stehen/darinn zuhand-„len/damit der gemeine Mann nicht übermessen werde. Jtem/daß auch„die Priester/was Stands sie seyen/sich ehrbarlich/frommlich und wol„halten: den Stifftungen ihrer Pfründen/auch der Regel ihrer Gotts-„häuseren treulich nachkommen/und uns Leyen ein gut Exempel vor-kragen. Dann man fürohin nicht von ihnen leiden noch vertragen„wird/als man bisher gethan. Es soll auch jeder Pfarrer/in Todsnöh-„ten/bey seinen Unterthanen blciben/dieselbigen versehen und trösten/rc.„Jtem/alsdann ein grosser Mißbrauch gewesen/daß etwann ein Prie-„stcr zwo oder mehr Pfarren gehabt/und die verliehm/und darvon„senr genommen hat/deßhalb die Unterthanen schlechtlich versehen wor-den sind: Solches wollen wir nicht mehr leiden; kein Priester soll mehr„als eine Pfarr und Seclsorg haben: und soll jeder auf seiner Psarr selbst„sitzen/und soll fürohin von keinerPfarr/kein^blem gegeben noch ge-kommen werdeo/rc. Deßgleichen/ jeder Priester so eine Caplaney hat/„soll selber auf seiner Pfrund sitzen/rc. Item von dem geistlichen Ge-„richtzwang und des Banns wegen / haben wir angesehen und geord-net / jetzmahl / dieser Zeit / dieweil die Lüuff so sorglich stehen / und nie-mand nichts mehr darum gibt; daß dann keinGeistiicher/einenWelt-,-liehen/oder ein Weltlicher einen Geistlichen / noch kein Ley den ande-ren/