Band 
Dritter Theil
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2 . 2.9

_Sechstes Buch.

müssen. Bey Abschaffung der Wideren / haben etliche auch die Ge»mählde in den Fensteren verderben wollen: seye aber von Lobl.^iaZi-ttrar nicht gestattet worden/weilen allein diejenige Bilder/welche wi-der Gottes Wort verehrt worden/abgcschaffct werden folten. Daherzwahr im Grossen Münster/zwo Wldnussen Caroli gewesen/eine inder Kirch/die andere am Thurn. Jene seye weggenommen worden/wei-len man sie zur Anbettung mißbraucht / diese seye stehen geblieben.Solte ste/gleich der erstcn/gemißbraucht werden/wurde sie gleichfahlstrackiert werden. Weiters lehret er/wie hoch damahl die Verehrungder Heiligen und der o Wldnussen gestiegen. S. Barbaram habe manin Todsnöhten: Erasmum in den Bauchschmerzen/rc. angeruffen. Ei-nige haben/die Altäre in der z. Königen Ehr geweihet/um Reichthumzuerlangen: andere in der Ehr Petri/auf daß selbiger sie vor Verzweif-lung bewahre. Mancher habe gehoffet / durch Betastung einer Bild-nuß/Verzeihung der schwersten Sünden zuerlangen : auch daß seinePaternoster/Ring/Ketten/rc. durch solche Betastung / sonderliche Hei-ligkeit empfangen. Zu dem so werde an solche Bilder so viel Gelt ver-wendet/daß er/als er noch ein junger Knab gewesen/mehrmahl gesagt/er wolte das / so an die leblose Bilder verwendet werde/lieber / als dasso den Armen/welche doch lebendige Wldnussen Gottes siyen/gegebenwerde. Keine Heiden haben so grosse Abgötterey getrieben / als üblichscye gegen die H. Jungfrau / zu Loretto/Lausanna / Aach / Einsidlen.Noch nicht gar alte Leuth/wissen daß in ihrer Jugend/kaum der hun-dertrste Theil so viel Bilder gewesen/als zu Zwinglii Zeiten. Ja nochbey Zwinglis Zeiten/ haben die/so in den Gebirgen wohnen / wenigerBilder/als andere. Die Bilder haben sich so gemehrek/daß wann ze-hrn Wider/nur so viel Heu essen wurden/als ein Schaaff/müßte nranselbige (auß Mangel der Nahrung) aufden Markt schicken zuverkauf-fen. So man nur gestattete / die alte ruffige L>elgötzen(r) beyseitSzuschaffen/so wurde die reine Anbettung des wahren Gottes schon wie-derum eingeführt werden. Magdalena werde hie und dort in prächti,ger und hürischer Kleidung aufdie Altäre gestellet/ so daß die Priesterbeklagen/es werde dardurch ihre Andacht verhinderet: die H. Jung-frau werde abgemahlet mit entblößten Brüsten: Sebastianus/Mau-ritius/und der H. Apostel Johannes/als Cavalliers und Vuhier/dar-durch das andächtige Frauenzimmer (wie sie in der Beicht entdecken)zu Fleischesgelüsten entzündet werden. Solche Bilder seyen überauß

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