Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

654 Hektischer Kirchengeschichten

r;zL. der allein / daß sie nicht mehr zu Münster (woselbst sie nämlich abge-wehret worden) Meß halten wollen. Wie sie dann sinther / nicht zuMünster/sonder zu Eorandelin Meß lesen. Doch seyen sie nicht hie/zu-disputieren. Dem Bischofs aber begaben sich die Landleuth/Zins undZehenden zuentrichten. Als die Chorherren in gefolgetem Jahr/durchdie von Solothurn angehalten / daß es vermög Landsfriedens/Glau-bens halb bey dem alten bleiben/ auch sie die Stifftskirch behalten mö-gen; hat Vern geantwortet: daß die Herren/als welche der Landsfriednicht berühre/ bey ehmahliger Zusag verbleiben möchten. Widrigenfahls/Bern dem Landvolk zu allem/dazu selbiges Reckt hette/beholf-. fen und beruhten seyn müßte. Hierüber würd zu Vern/(den i. TagVrachm.^n.Lkr.iszz.) eine nochmahlige Zusamenkunsst gehalten/und abgeredt/ daß die Landleuth in der Oberen / und die Grosse ge-nanter Kirch (wie von je Welten her) die H. Sakrament/und alles soihrem Glaub und Religion dienen soll / ohne Widerred/außüben mö-gen/rc. Auch sollen sie dem Stifft alle schuldige Pflichten erstatten: da-gegen solle man die Werben Leukh/bey ihrem Glaub und Religion/auchVernischer Reformation/gänzlich ungeirret verbleiben lassen: und denPredicanten ehrliche Nahrung geben. Es haben aber zween / diesemStifft eingeteilte/ junge Chorherren / um daß ihres wucherens/Gotkslästerens / Trinkens/k)irrey kein End gewesen/den Bischofs genöhtiget sie in Verhafft zunemmen. Als auch der Ap-pellationen halb etwas eingerückt war / so der Landleukhen bisherigemHerkommen/zuwider gewesen/hat Bern undSolothurn hernach/derBillichkeit gemäß seyn befunden/daß die Landleuthe vom Münster/derAppellationen halb/bey altem Gebrauch ihres Landrechts/vermög Land-rovels/gänzlich bleiben sollen. Und weilen die von Münster sich beklagt/daß ihre Predicanten noch immer grossen Mangel leiden/und ihre Nah-rung nicht haben mögen : haben ihnen die Botten beyder Lobt. Stät-ten / ein zimliches Außkommen/auß der Chorherren Kasten und Seckelbestirnt. Doch ist dieses Geschafft erst am zo. Tag Brachm. /w. Chr.isZs- zu Bern endlich beygelegt worden.

Die Waldenser haben / Zufolg Lbr. r^zo. ihnen ertheiltenRaht/einen Synodum gen Angrogne angesetzt Farcllo ist von denen zuGranson/ und dortherum lehrenden Vrüderen/sothanem Synodo bey-zuwohnen/ aufgetragen worden. Er reisete dahin in Begleit AnthoniFarelli Saunier von Moiren / auß dem Delphinat / in Piemont. Auß Ver-tn ordnung dieses Synoäi, hat Petrus Robert / genennet Olivetan / von^ Noyon in Picardie gebürtig/die Bibel auß denen Grundsprachen ins

Fran-