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verschwindet das Unendliche und an dessen Stelle tritt die große mensch-liche Thätigkeit, welche in Nom vorherrschend wird und den Egois-mus der Person erzeugt; bei den germanischen Völkern endlich trittdie göttliche Einheit mit der menschlichen Natur in einen Bund, auswelchem die Freiheit, Wahrheit und Sittlichkeit hervorgehen.
Michelet erblickt wie Schelling einen fortwährenden Kampfder Freiheit gegen das Schicksal. Cousin lehrt, sede Epoche bildesich aus einem der Elemente der menschlichen Vernunft, dem Unend-lichen, Endlichen, Bezüglichen, und ein Volk, ein Land, ein Geniekönne nur durch die gänzliche Hingebung an eines dieser Elementezur Größe gelangen; ihm ist ein Genie nur der Ausdruck der großenMehrheit eines Volkes; jedes Volk, jeder Ort, jede Revolution bil-det einen der Ausdrücke der nothwendigen Entwickelung; der endlicheSieg heiligt stets die bessere Sache. Von andern Punkten aus-gehend, gelangen Hugo und Savignyzu dem nämlichen Resultateund wollen, daß die Vervollkommnung von instinktiven, nicht bewuß-ten Impulsen ausgehe, daß weder die menschliche Freiheit noch dieintellektuelle Prüfung darauf Einfluß übe, sondern die Sitten undGebräuche, überhaupt die Ueberlieferungen. Daher sey die Erschei-nung der großen Männer unnöthig und überflüssig die Arbeit derGesetzgeber.
Hauptsächlich auf die Religion stützen sich Daumer, der nachLessing annimmt, alle gewesenen Religionen seyen nur auf einander-solgende Offenbarungen der höchsten menschlichen Vernunft, eine Ent-wickelung auf eine absolute Religion hin — und die Saint-Si-monisten, welche, ihre Blicke auf das arbeitende und hungernde,gehorchende und leidende Volk richtend, annehmen, jede menschlicheThätigkeit müsse auf Einheit im Fühlen, Lehren und Handeln, aufreligiöse, wissenschaftliche, gewerbliche Vcrbündung gerichtet seyn, wodann einem Jeden Arbeit je nach seiner Fähigkeit, und Lohn nachdem Maße seiner Arbeit zufallen würde.
Im Besitze positivern Wissens verschmilzt Buche; diese Lehremit jener Herders, setzt die Moral als höchstes Gesetz und dieGeschichte als fortwährenden Akt der Menschheit, welche auf derErde die ihr zugewiesene Bestimmung erfüllt, und verlangt von derganzen Natur im Bunde mit der Menschheit die Bewerkstelligungdes Fortschritts *); er gelangt mit seiner Analyse des Fortschrittesdahin, die Wissenschaft auf metaphysische Grundlagen zu stellen: er
*) Einleitung in dir Geschichte der Wissenschaft.