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Im Orient befestigt sich die Civilisation, und. das Geschlecht derPerser steigt von den Bergen herab, um die verweichlichten Mederzu kräftigen und eines der größten Reiche zu gründen. Wie in zor-niger Eifersucht gegen das kleine Europa, welches Wissenschaften,Künste und Gesetze sich anzueignen beginnt, schleudert diese Monar-chie Fluchen von Menschen in das Abendland, welche die Erde unddas Wasser für sich in Anspruch nehmen. Es ist die Vergangenheit,welche gegen die Zukunft, die Erstarrtheit, welche gegen die Bewe-gung entbrennt. Wie Homer das erste Ringen Asiens mit Europabesang, der Barbarei Mitleid und Bewunderung entlockend, so über-liefert uns Herodot, als Augenzeuge des persischen Krieges, den-selben in einer Schilderung, deren zusammenhaltender Grundgedankegleicherweise der Wettstreit des -Ostens mit dem Westen ist. BeiMarathon, Salamin, Platäa wird der Sieg der europäischen Civi-lisation über die asiatische entschieden, und bald nähern sich die bis-her vereinzelt gebliebenen Völker und lernen sich einander besserkennen. In dem Jahrhundert von Perikles bis auf Alexanderlegte der menschliche Geist einen weitem Weg zurück, als er in einerungleich längern Periode gefördert worden durch die Phantasie derJndier, den tiefen Geist der Egppter, die kalte Vernunft der Chine-sen, den unbeugsamen Willen der Hebräer. Bei dem Kriege der Me-der und dem peloponnesischen erhebt sich die Schilderung zu der Le-bendigkeit einer Epopöe: wie hätte dies auch anders seyn könnenbei dem Aufschwung, welchen Wissen und Kunst genommen, bei denso scharf hervortretenden Charakteren der Helden, welche selbst imVerbrechen groß sind und sich für uns mit einem zwiefachen Zauberbekleiden, dem der längstentschwundenen Zeit, wie dem der Darstel-lung unvergleichlicher Schriftsteller!
Aber Las mit der Gewalt der Waffen zurückgewiesene Morgen-land siegt durch sein Beispiel. Nach und nach unterwirft sichGriechenland den asiatischen Sitten und nach dem Friede von An-talcidas ist es wie weicher Thon in der Hand des großen Königs.Bevor aber noch Griechenland völligem Verderbniß anheimfällt,strömt vorn Norden ein neues Geschlecht heran, das makedonische,und eine großartige Reaktion führt Alexander auf den Gedanken,die griechische Civilisation an die Spitze der orientalischen Einheitzu stellen. Ihm allein gelingt es, in das Herz Asiens einen euro-päischen Staat zu versetzen; zwischen Asien und Afrika gründet ereine Stadt, die für den Welthandel einen neuen Mittelpunkt bildenund wo der griechische Genius sich zwischen zwei Welten niederlassen