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Im Augenblick, wo Rom das unterworfene Italien überschreitet,sieht sich die japhetische Nace der semitischen gegenüber, die ersteremit dem Geiste des Heldenthums, der Künste, der Gesetze, die an-dere mit dem Geiste der Industrie und des Handels. Diese letztereunterliegt, als Tyrus Alerandrien, seiner Nebenbuhlerin, weicht, alsKarthago von Rom zerstört wird; kaum bleibt ein Andenken dieserCivilisation bei denjenigen haften, die ihre Früchte genießen. Werweiß, ob die Kolonie Algier auf der nahen afrikanischen Küste, welchesich wie Marius inmitten der Ruinen Karthago's niederließ, nichteinst von diesen Aufschlüsse erhalten wird ähnlich jenen, die manbereits Babylon und Memphis abnöthigte?
In solcher Weise besiegt Rom den Osten, noch ehe es sichdaran gewagt, in Egypten, Syrien, im Pontus und in Armenienihn zu bekriegen. Während aber der Besiegte dem Sieger seinenGewerbfleiß und seine Lehren darbringt, wirkt er auch verderbendund zersetzend auf ihn. Wenn auch Rom die Welt in Ketten schmie-det, so zeigt es sich doch großsinnig; es triumphirt über die Könige,gibt den Völkern die Freiheit, vertheilt die Provinzen unter seineVerbündeten, schlägt die Hochmülhigen zu Boden und verzeiht denUnterwürfigen. Kaum aber hat es in Asien Fuß gefaßt, als es sichvon jeglicher Mäßigung lossagt; die Freiheit der Uebrigen erscheintihm als eine Verhöhnung seiner Größe; es verletzt schamlos dieGerechtigkeit; Perseus wird in Ketten herbeigeschleppt, um demPöbel, welcher des königlichen Unglücks spottet, zum Schauspiel zudienen; Karthago wird schimpflich zerstört; Numantius erwirbtsich die Bewunderung der Nachwelt, ohne den wilden Sieger zurühren, der bald nicht nur feindliches, sondern auch römisches Blutvergießt.
Fünfte Epoche: 134 v. Chr. — 4 n. Chr. Bürgerkriege.
Ehe wir uns mit der neuen Epoche beschäftigen, wollen wir un-sern Blick auf ein bei weitem älteres orientalisches Volk richten,welches von Scen-si an Schritt vor Schritt in seiner langsamenCivilisation vorwärts schreitet, doch dermaßen abgetrennt von derübrigen Welt, daß selbst die Geschichte, welche von der Bewegungund dem Fortschritte lebt, es vernachlässigen konnte. In dieser Zeitersteht indessen in seinem Schooße einer jener großen Männer, welchein Lehre und Forschung den Gedanken des Volkes erfassen undlebendig gestalten und Veränderungen, welche herbeizuführen demSchwerte nicht gelingen würde, beschleunigen. Die Erwähnung der