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Sklavenmarkte gleich geachtet; das Wort der Republik ist heilig,nicht weil es gerecht, sondern weil es gegeben ist, so daß die Lega-lität an die Stelle der Gerechtigkeit tritt und sogar die nach Außenhin begangenen Gewaltthätigkeiten mit ihrem Mantel bedecken muß;man ahnt nicht die heilige Pflicht, ungerechten Gesetzen den Gehor-sam zu verweigern, d. h. das Vorrecht der Vernunft, über die Ge-rechtigkeit der Gesetze zu urtheilen. Da nun in allen Dingen nurdie Politik Norm war, so blieb nur die Gewalt als Band übrigwelche aber nicht auf die Dauer Einheit zu erhalten im Stande ist:die heidnische Weisheit aber weiß nur zu klagen über dieses Ge-schlecht, welches, schlimmer als das vorhergehende, ein noch mehrverdorbenes im Gefolge habe
Augustus weiß jene Achtung vor der Gesetzmäßigkeit wohl zubenutzen, um dahinter seine Usurpation zu verbergen. Er vereinigtin sich die Gewalt, welche das Volk durch lange Anstrengungen sichzu eigen gemacht hatte, und es gelingt ihm, den Despotismus derMonarchie an die Stelle desjenigen der Republik zu setzen. Er löstdie noch offene große Frage zwischen Adel und Volk, Patriziernund Rittern; indem er die erster» proscribirt und die Legalität indas bürgerliche Recht einführt, läßt er die Gesetze der zwölf Tafelnveralten; er macht alle Glieder des Reiches einander gleich; erruftdie Musen herbei, um die der königlichen Stadt auferlegten Fesselnmit Lorbeeren zu schmücken, und höhnend weiset er der unterjochtenWelt den Frieden!
Sechste Cvoche: 4—323 ir. Chr. Von Jesus Christus bis auf Constautin-
Doch sollte der Friede weder von der prunkenden Höhe desKaiserpalastes herab, noch von der Schwelle des geschlossenen Janus-tempels her winken, sondern aus einer Hütte Galiläa's hervorgehen.Von ihr zieht aus die gute Nachricht, welche verkündet einen einzi-gen Gott, Brüderlichkeit und Gleichheit der Menschen, Herrschaftder Tugend, Wahrheit und Gerechtigkeit, herbeigeführt und verwirk-licht von den fortan auf der wahren und unfehlbaren Bahn des sitt-lichen Fortschritts wandelnden Nationen. Bisheran hatten die Er-rungenschaften der Menschheit sich beschränkt auf die Ehe, die bürger-
*) purontum, >><gnr uvis, tlllis
b»«8 nvquiores, mox ckketuros,kroKeiüein vittosioreiu. Unrat. III. 7.
Dieses Gefühl ist das vorherrschende bei den Schriftstellern dieser Periode.
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