Band 
Erster Band
JPEG-Download
 

129

wir sie zwischen dein rothen Sandstein und der Kreide im sekundärenBoden finden. Am fünften Tage erfüllen die Wasser- und Erde-Säugethiere nebst den Fischen die Meere und die Erde, auf welchersich Palmen und andere Bäume, belebt von Vögeln, erheben; dieAtmosphäre wird desto reiner, je mehr sich die Continente ausdehnendurch die Erhöhung der Berge und die Vertiefung der Thäler,welche zu Meeren werden: das durch die Sonnenwärme aufgesogeneWasser fällt in Regengüssen auf die Erde zurück, wo süßes undgesalzenes Wasser und die tertiären Erdbildungen, nämlich der weicheThon, der weiße Sandstein, der Mühlstein, sich abscheiden. Esscheint, daß alsdann eine große Veränderung mit dem Erdball vor-ging, vielleicht durch den Anstoß eines Kometes, der die Erdpoleverrückte, so daß der Ozean sich über das Festland ergoß, tiefeThäler ausfüllend, große Kalkfteinmassen zurücklassend, ganze Berg-reihen verrückend, viele Thiergattungen zerstörend, deren Gebeine,mit denen von Vögeln gemischt, in Massen in Höhle» sich bei ein-ander finden. Nachdem die Gewässer sich wieder gesammelt haben,bilden sie neue Becken, schwemmen Erde fort, welche deßhalb ange-schwemmte oder Flözbildung heißt, und machen Raum dem edelstender Geschöpfe.

Je älter die Schichten unserer Erdkruste sind, desto mehr unter-scheiden sich die darin befindlichen Thiere von den noch lebendenGattungen. In den ersten Zeiten der Erdbildung wurden sie wahr-scheinlich durch die ausströmende Gluth des innern Erdfeuers ge-tödtet; denn die Hitze hing damals wahrscheinlich weniger von derStellung der Erde zur Sonne und der Entfernung eines Punktesvon den Polen, als von den aus dein Innern aufsteigenden gasartigenAusdampfungen und feurigen Ausdünstungen ab, so daß tropenartigcHitze in Polargegenden wohl stattfinden konnte.

Dies erklärt auch, wie sich in den kalten Gegenden Vegeta-bilien- und Thierreste, die dem Aequator eigenthümlich sind, vor-finden, in der fossilen Kohle Ueberreste von Palmen, wie von Nadel-hölzern und baumartigen Farnkräutern, Schalthiere nebst rauten-förmigen Knochen; im Jurakalk ungeheure Skelette von Krokodillenund Plesiosauren, Planuliren und Heuschrecken; in der Kreide Wasser-thiere, Squallen, die wir in unsern Meeren finden; im Tripel undmehlartigen Opal ungeheure Mengen versteinerter Infusorien; inder Flözerde und vielen Höhlen Elephanten-, Hyänen- und Löwen-knochen. So in den Höhlen von Mar dolce zu Palermo, von Neu-satz in Oestreich; eine Höhle in Jorkshire ist mit Tiger-, Bären-,

C-lllll, Wc!>Lkschichlk. I, g