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Erster Band
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deichen Einflüssen aus. Darum lauiet die Sprache melodisch in dengemäßigten Ländern, dumpf und kurz unter umwölktem Himmel,scharf und stark unter den Eisbergen des Pols; die beschauliche Le-bensweise des Hirten, die beständige Beweglichkeit des Jägers, dasGeheul des Kriegers spiegeln sich in der Sprache, welcher Eroberungund Kultur ihren Stempel aufdrücken. Ueberall, wo die Völker inBarbarei versanken, verrathen die unbestimmten, beweglichen, bizarrenMundarten die spärlichen Verbindungen und die innern Kriege;überall, wo sie sich zur Civilisation, zum ackerbautreibenden, intel-lektuellen Leben erhoben, bilden sich die Sprachen einheitlich und infesten Formen aus. So haben sie in Europa eine übereinstimmendePhysiognomie angenommen, während sie in jedem Jndianerdorf unterden Eingebornen Amerikas wechseln. Und wie das Vergrößerungs-glas des Geologen oder die Retorte des Chemikers im kleinstenSandkorn die Masse, aus der es sich ablöste, und die Steinart, zuwelcher selbe gehört, erkennt: ebenso steigt der Sprachforscher an derAnalyse der neuern Mundarten und Dialekte zum großen Bau deralten Sprachen hinaus und findet überall eine ursprüngliche Einheitin den verschiedenen kleinen Gruppen wieder, welche ihre Familien-ähnlichkeit nicht einbüßten, trotz der von der Verschiedenheit der Kli-mate, den politischen Wechselfällen, der Mischung der Bevölkerungenveranlaßten unübersehbaren Veränderungen, so daß man mit vollemRechte zu dem Schlüsse gelangt: die Menschen sprechen, folglich sindsie eines einzigen Geschlechts.

Uebrigens stimmen Alle darin überein, daß alle Menschenracenein großes, charakteristisches, dem Menschen allein ungehöriges Merk-mal haben, die Vervollkommnungsfähigkeit, und dieses reicht hin,die Einheit des menschlichen Geschlechts zu erweisen. Unser Hoch-muth, der uns an die Superiorität der weißen Race glauben läßt,redet uns auch ein, wir nur vermöchten es, die übrige Menschheitzur Civilisation zu erheben: das mag vielleicht für die Zukunft derFall sein, war aber keineswegs immer so in der Vergangenheit.Die Griechen bekannten sich als die Schuldner der braunen Egypterund Phönizier; diesen verdankten noch mehr die Etrusker; Amerikaempfing seine Bildung von einem Stamme, dessen Ueberreste in denheutigen Nothhäuten fortleben; die Chinesen wurden wahrscheinlichvon Menschen indischer Abstammung civilisirt; und diese Braunenwaren wohl die Lehrer der Scythen und Celten, wie der übrigenältesten europäischen Völkerschaften; die braunen Araber verbreitetenden Koran bis in das Herz Afrika's.

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