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Edelsteinen bedeckte Götzenbilder wurden in Prozession getragen unddenselben kostbare Speisen vorgesetzt. Nahe den Tempeln wohntendie mit den verschiedenen Handthierungen und Künsten sich Beschäf-tigenden. Bei den Tempeln des Saturn wohnten die Ackerbauer,Mathematiker, Astrologen, nahe den Venustempeln die Weiber, Dich-ter, Musiker, Bildhauer, um die Tempel Jupiter's Gelehrte, Musikerund Richter.
Die Erinnerung an zwei ihrer Hauptfeste haben sich erhalten;das eine war eine Feier zu Ehren des Bclus, bei welcher nachHerodot wohl für tausend Talente Wohlgerüche verbrannt wurden;das andere erinnert an die Saturnalien, da die Sklaven die Rollender Herren spielten. Dieser Ritus, wenn uns eine Ansicht aufzu-stellen erlaubt ist, verknüpfte sich mit einem unter den die Natur an-betenden Völkern verbreiteten Glauben, daß es nämlich möglich sei,die Sonne in ihrem Laufe aufzuhalten durch Anleitung ihrer Bilder,durch Entfesselung derselben dagegen der Sonne Lauf zu beschleu-nigen. So versinnbildlichte man die Abwechslung von Schwächeund Kraft, was die Griechen im Herkules, der bald Löwen undRiesen besiegt, bald zu den Füßen der Jole weibisch schmachtet,symbolisirten. Die Phönizier und die alten Bewohner Jtalien'shieltewfast immer Melcarte und Saturn gefesselt; entledigtensie selbe an den Tagen, wo das Jahr langsamer dahin fließt, ihrerBande, so feierten sie die Freiheit, indem sie den Sklaven das Jochlösten. Zu Cidonia auf Creta verließen die Bürger die Stadt, wodie Sklaven, denen Alles überlassen war, freie Männer sogar schla-gen durften In Egypten befreite Herkules jeden Sklaven, dersich in seinen Tempel zu Canope flüchtete
*) üllstatk, XX, 105.
") Nsi-ockot, II.