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Inzwischen bereute Pharao, den Wegzug der Hebräer zugelassenzu haben; er rüstete sich, ließ die Kriegerkaste zu den Waffen grei-fen und verfolgte die Hebräer voll Wuth. Diese aber durchzogentrockenen Fußes das rothe Meer, während dem Pharao, der ihnenzu folgen wagte, alle seine Krieger von den Fluthen verschlungenwurden.
Lobgesang Mosis.
Bei diesem Anblicke sang Moses am jenseitigen Ufer:
„Lasset uns singen dem Herrn, denn glorreich ward er verherr-licht, Rosse und Reiter warf er in'ö Meer.
„Meine Stärke und mein Lob ist der Herr; denn er ward mir
das rothe mit dem Mittelmecre verband^slch verirrte und von der Fluchüberrascht ward.
*) Erod. XV. Es ist dies die älteste Erwähnung von Reitern. In derMas ist davon keine Rede. Der wunderbare Zug durch's rothe Meerist von vielen Schriftstellern geleugnet worden. Justin erzählt, dieEgypter, bereuend, den Auszug der Hebräer zugelassen zu haben,' hättensie verfolgt, seien aber durch einen Sturm zurückgetrieben worden. StachDiodor hätten die- Lotophagen, Küstenbewohner des rothen Meeres,die Ueberlieferung unter sich bewahrt, daß einst die Gewässer sich getheilt undeinen breircu Weg zwischen sich gelassen härten. Manethon erzählt,.derKönig Amcnophis sei ausgezogen, um eine Araberhorde zu verfolgen,und nicht zurückgekehrt. Andere bemühten sich, die Thatsache auf natür-liche Weise zu erklären, indem sie aufstellen, Moses habe die Zeit dertiefsten Ebbe zum Uebergang des Isthmus benutzt; allein auch ange-nommen, sein Volk hätte nichts von dieser Naturerscheinung gewußt,so bleibt doch immer die Frage zu beantworten, ob 6 Stunden zumNebergange so vieler Menschen und Heerden genügt haben würden?Und dann kannten doch wohl die Egypter Ebbe und Fluch? — DenOrt, wo der Uebergang geschah, kennt man nicht genau. Der obcn-nannte Beke behauptet in feinen Orixine« biblioao, die Hebräer seiennicht aus Egvpten gekommen, und das Meer, welches sie durchzogen, seinicht das rothe Meer gewesen- Seine Beweise für diese Behauptung sindübrigens eher geistreich und scharfsinnig, als überzeugend.
Ehrenberg überzeugte sich bei Gelegenheit einer i. Z. 1635 ge-machten Reise, daß die Farbe des rothen Meeres herrühre, von einerGattung OseiUaria, mikroskopischen, zwischen Thier und Pstanze stehen-den Wesen. D« Candolle erkannte i. I. 1825, daß eine Anzahldieser Thierchen den Gewässern des Murtnersce's die Blutfarbe verleihe.Vielleicht hat die eigenthümliche Färbung der Gewässer des kalifornischenMeeres keine andere Ursache als diese.