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Jahre der Sklave gewordene Jsraelite seine Freiheit wieder. Insolcher Weise war, fiel auch der Einzelne der Armuth anheim, fürdie Familie stets gesorgt, und eben nur auf diese hat der Gesetzgebersein Augenmerk zu richten. Pauperismus und Bettler aber bliebenunbekannt, wo eine Anhäufung von Besitz auf längere Zeit nichtstattfinden konnte.
Die Jubilatsbestimmungen bezogen sich übrigens nur auf denursprünglichen Landantheil (dem römischen ^ »rvergleichbar), überseinen sonstigen Besitz mochte der Vater frei verfügen. Die Gleich-heit war Moses nicht Zweck, sondern Mittel, und er wollte hiedurchnicht sowohl den Besitz bei den Einzelnen erhalten, als vielmehr dasVolk nicht von wenigen Reichen abhängig machen, und dessen Zer-fallen in gedrückte Knechte und faule Arme von Profession vermei-den. Der Boden ist Gottes, und die Menschen sind die Nutznießer,unter welche im Namen Gottes das Land gleichmäßig unter dieStämme nach dem Verhältniß der Zahl, und unter diesen wiedernach den Familien vertheilt wird. In solcher Weise erhielt sich jenerUrbesitz, den wir für sehr ersprießlich halten.
Jeder bebaute selbst sein Feld und hütete seine Heerden, gleich-viel ob er viel oder wenig besaß. Saul suchte selbst nach dem vonder väterlichen Heerde verirrten Thiere, und David kehrte von derBefreiung seines Landes zu seinen Heerden zurück; als er bereitsauf dem Throne saß, feierten seine Söhne jährlich die Schaafschur.
In jedem siebenten Jahre sollten die Felder ruhen und währenddesselben wurde das Volk aus den öffentlichen Vorrathshäusrrn, dieman zu diesem Zwecke seit drei Jahren versehen hatte, versorgt.Was dann der Boden von selbst hervorbrachte, ward den Fremden,Sklaven, Knechten und Mägden überlassen. Das Verbot, die Früchteeines Baumes vor dein fünften Jahre zu ärndten und das nämlicheFeld drei Jahre nach einander mit der nämlichen Frucht zu bestellen,beweist daS praktische ökonomische Wissen des Gesetzgebers. Manhat beobachtet, daß die Erstgebornen der Thiere in der Regel schwäch-lich sind, weßhalb sie auch niemals zur Zucht verwendet werden; esveranlaßte dieser Umstand vielleicht das Gebot, die Erstgebornen derHeerden zu opfern. Hiedurch beugte Moses der Ausartung derRacen und der Opferung mißgestalteter, verstümmelter Thiere vor.Eine nicht minder große Voraussicht beweist das Verbot der Ver-mischung mit Fremden, wie die Anordnung, die Frauen in ihrenkritischen Perioden zu schonen. Viele Anordnungen, welche uns alsunvernünftig erscheinen, entstanden aus dem Wunsche oder der Noth-
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