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durch einen Leviten, der zuerst eine gütliche Beilegung zu versuche»hatte, darauf entsagen; nach ausgesprochener Scheidung ward derFrau ein Scheitebrief ausgefertigt, zum Zeichen ihrer Freiheit undihres Rechtes, eine neue Ehe einzugehen.
Mangel der Gesetzgebung.
Indessen muß man in Betreff dieser, wie aller übrigen Gesetz-gebungen sich in die Zeit versetzen, die sie entstehen sah, und dasVolk, dem sie bestimmt war, mit seiner angebornen Hartnäckigkeit,die es hinderte, seine Bestimmung vollständig zu erfüllen, berücksich-tigen ; außerdem muß man dem vielen Figürlichen und Symbolischenin den Vorschriften Rechnung tragen. Abgesehen von den Kultvor-schriften, steigt das hebräische Gesetz, wie überhaupt die alten, zuunsern Ansichten und Gewohnheiten völlig widerstrebenden Einzel-heiten hinab. Es verhängt die Todesstrafe über Jeden, der seinHaus ohne Festigkeit und ohne Geländer an den Terrassen baut, dereinem wüthenden Ochsen die Freiheit läßt; es schreibt den Stoffund die Form der Kleider vor, verbietet den Bart wachsen zu lassen,die Haare rund zu verschneiden. Andere Vorschriften beruhen aufder Sorgfalt der alten Gesetzgeber, die Ständeunterschiede aufrechtzu erhalten, und einem Jeden seine ihm zugewiesene Stellung, denihm gebührenden Rang zu erhalten; daraus folgte eine ängstlicheBerücksichtigung der Bildung der Sitten und Gebräuche auf demWege der Erziehung, wie die Gründung der Kraft der Reiche, nichtauf etwas mehr oder weniger Geld und auf gewissermaßen mecha-nische Combinationen, wie heutzutage der Fall ist, sondern auf einerder Nation von ihrem Beginne an inwohnenden allgemeinen Denk-und Anschauungsweise.
Hierin liegt liegt auch der Grund, weßhalb Moses als Führereines von Götzendienern umgebenen und selbst zum Götzendienstegeneigten Volkes sich genöthigt sah, seglicheS Bildwerk zu verbieten,und hiemit die Entwicklung der schönen Künste unmöglich zu machen.Daher rührten auch seine wiederholten Warnungen vor den fremdenSitten: „Ich bin der Herr dein Gott. Nach der Gewohnheit desLandes Egypten, in dem ihr gewohnt, sollt ihr nicht thun, und nachder Sitte des Landes Chanaan, wohin ich euch führe, sollt ihr nichtthun, und nach ihren Satzungen sollt ihr nicht wandeln. MeineRechte sollt ihr thun und meine Gebote halten und darin wandeln
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